{"id":5362,"date":"2020-07-17T07:00:43","date_gmt":"2020-07-17T05:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=5362"},"modified":"2020-07-16T08:52:21","modified_gmt":"2020-07-16T06:52:21","slug":"gartenschau-war-viel-teurer-als-geplant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2020\/07\/gartenschau-war-viel-teurer-als-geplant\/","title":{"rendered":"Gartenschau war viel teurer als geplant"},"content":{"rendered":"<p><em>Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 16.07.2020 \/ Lynn Bareth<\/em><\/p>\n<p><strong>Da hat sich Kernen saftig versch\u00e4tzt: Die Schlussabrechnung legt ein Defizit von \u00fcber einer Million Euro dar \/ Wie kam es dazu?<\/strong><\/p>\n<p>Die Schlussabrechnung der Remstal-Gartenschau liegt nun endlich vor. Sie best\u00e4tigt, was viele vielleicht schon bef\u00fcrchtet hatten: Die Gartenschau kommt die Gemeinde Kernen um einiges teurer zu stehen, als eigentlich vorgesehen. Ende 2017 hatte der Gemeinderat einem Budget von gut sechs Millionen Euro f\u00fcr die zahlreichen Bauprojekte sowie zus\u00e4tzlichen 550\u2005000 Euro f\u00fcr den Veranstaltungsbereich zugestimmt. Im Nachhinein zeigt sich nun: Realistisch war zumindest die Einsch\u00e4tzung des zweiten Postens nicht.<\/p>\n<p>Bei der Sitzung des Gemeinderats Kernen am vergangenen Dienstag musste die Verwaltung den B\u00fcrgervertretern eine ganze Menge rote Zahlen pr\u00e4sentieren. Wenig erfreulich f\u00e4llt der Bericht \u00fcber die Veranstaltungsreihe der Remstal-Gartenschau aus: 579 000 Euro mehr als geplant sind in diesem Bereich ausgegeben worden \u2013 das ist mehr als doppelt so viel, wie der Gemeinderat urspr\u00fcnglich genehmigt hatte.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Einnahmen wurden viel zu hoch angesetzt<\/strong><\/p>\n<p>Zum einen waren Personal, Veranstaltungstechnik und Co. etwas teurer als vor der Remstal-Gartenschau angenommen. Aber das riesige Defizit l\u00e4sst sich allein dadurch nicht erkl\u00e4ren. Tats\u00e4chlich hat sich die Verwaltung bei den Einnahmen saftig versch\u00e4tzt: So war mit 3000 verkauften Remstal-Cards gerechnet worden, gerade mal die H\u00e4lfte davon konnte tats\u00e4chlich an den Mann gebracht werden. Auch bei den Sponsoren- und den Eintrittsgeldern war die Gemeinde von gut doppelt so hohen Einnahmen ausgegangen \u2013 die ebenfalls im Voraus eingeplanten 65\u2005000 Euro Parkgeb\u00fchren blieben leider nur ein Traum.<\/p>\n<p>\u201eWir hatten noch nie eine Veranstaltung wie die Remstal-Gartenschau, uns haben ganz einfach Vergleichswerte gefehlt\u201c, erkl\u00e4rt Sabine Payer-Herkommer am Dienstagabend im B\u00fcrgerhaus. Sie hat als Leiterin der Gemeindeentwicklung die undankbare Aufgabe, den Gemeinder\u00e4ten die recht traurige Bilanz aufzuschl\u00fcsseln \u2013 Gartenschau-Manager Wolf Gr\u00fcnenwald, drei Jahre lang als insgesamt mehr als 200\u2005000 Euro teure Honorarkraft in Kernen angestellt, ist schlie\u00dflich l\u00e4ngst zum n\u00e4chsten Einsatzort weitergezogen. Und auch der f\u00fcr das Mega-Event verantwortliche B\u00fcrgermeister Stefan Altenberger ist nicht mehr im Amt.<\/p>\n<p>Vielleicht reagiert der Gemeinderat deshalb so \u00fcberraschend milde. \u201eNiemand erkl\u00e4rt ein solches Defizit so charmant, wie Frau Payer-Herkommer\u201c, witzelt Andreas Wersch (CDU). Er sieht die Schuld nicht allein bei der Verwaltung, nein, die Gemeinder\u00e4te m\u00fcssten sich auch an die eigene Nase fassen. \u201eVielleicht waren wir alle etwas zu blau\u00e4ugig\u201c, f\u00fcgt Hans-Peter Kirgis (SPD) hinzu. Wie sonst w\u00e4ren die Kernener jemals auf die 65\u2005000 Euro Parkgeb\u00fchren gekommen? Es sei gut, wie offen die Verwaltung \u00fcber die Missst\u00e4nde spreche, dar\u00fcber sind sich die B\u00fcrgervertreter einig. Doch es werden durchaus auch kritische Stimmen laut: So wirft Ebbe K\u00f6gel (PFB) der Verwaltung vor, vor lauter Konkurrenzkampf mit anderen Kommunen wichtige Themen vernachl\u00e4ssigt zu haben: Die Gartenschau habe die Chance geboten, die Rems gro\u00dffl\u00e4chig zu renaturieren oder den Radverkehr st\u00e4rker zu f\u00f6rdern. Stattdessen habe man ganz nach dem Motto \u201enicht kleckern, sondern klotzen\u201c viel Geld aus dem Fenster geworfen, nicht nachhaltig genug gewirtschaftet und die \u00f6rtlichen Vereine vernachl\u00e4ssigt. K\u00f6gel bezweifelt, dass jede der mehr als 10\u2005000 Veranstaltungen das viele daf\u00fcr verwendete Geld wert war. Hat sich die Gemeinde Kernen im Konkurrenzkampf vielleicht doch etwas \u00fcbernommen?<\/p>\n<p>\u201eDas Defizit ist hoch, das l\u00e4sst sich nicht von der Hand weisen\u201c, r\u00e4umt B\u00fcrgermeister Benedikt Paulowitsch ein. R\u00fcckg\u00e4ngig machen lie\u00dfen sich gefallene Entscheidungen, die gr\u00f6\u00dftenteils ja noch auf seinen Vorg\u00e4nger zur\u00fcckgingen, nicht, und es mache deswegen auch wenig Sinn, jetzt dar\u00fcber zu diskutieren. Die 579\u2005000 Euro Mehrkosten seien bereits aus dem Gesamthaushalt gedeckt worden. \u201eWir m\u00fcssen uns nur fragen: Was lernen wir daraus f\u00fcr die Zukunft?\u201c<\/p>\n<p>Bei zuk\u00fcnftigen, \u00e4hnlich kostspieligen Projekten m\u00f6chte der Gemeinderat st\u00e4rker in Entscheidungsprozesse miteingebunden werden, das machen die B\u00fcrgervertreter in dieser Sitzung deutlich klar: Vieles h\u00e4tten sie als R\u00e4te gerne fr\u00fcher gewusst. Die Verwaltung m\u00f6chte deshalb den Bereich Finanzcontrolling verst\u00e4rken. So soll dem Wunsch des Gemeinderats, fr\u00fchzeitig \u00fcber finanzielle \u00dcberschreitungen informiert zu werden, nachgekommen werden.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr zus\u00e4tzliche Baukosten gibt es triftige Gr\u00fcnde<\/strong><\/p>\n<p>Zuvor hatte Sachbearbeiter und Tiefbau-Chef Ralf Bulling aus den baulichen Aspekten der Gartenschau in Kernen Bilanz gezogen. Insgesamt seien vom Bauhof 17 Projekte umgesetzt worden: darunter der Ausbau der Klosterstra\u00dfe, die Umgestaltung des Schlossparks, der Bau der Kugelbahn. \u201eF\u00fcrs Bauamt war die Gartenschau eine echte Herausforderung\u201c, stellte Bulling fest. So traten zum Beispiel in der Klosterstra\u00dfe unvorhergesehene Komplikationen auf: Beim Aufrei\u00dfen der Stra\u00dfe hatte der Bauhof feststellen m\u00fcssen, dass Rohre in der Vergangenheit wohl nicht tief genug verlegt worden waren \u2013 das musste ge\u00e4ndert werden, bevor es mit dem eigentlichen Projekt weitergehen konnte.<\/p>\n<p>Die remstalweite Gartenschau habe aber auch ganz neue, ungeahnte Schwierigkeiten f\u00fcr den Tiefbau mit sich gebracht: \u201ePl\u00f6tzlich wurde in allen Gemeinden gebaut, die Tiefbau-Preise schossen in die H\u00f6he, auch die Deponiekosten f\u00fcr den Erdaushub waren h\u00f6her als erwartet\u201c, erkl\u00e4rte der Sachgebietsleiter. 480\u2005500 Euro mehr als vereinbart haben die 17 Projekte verschlungen, in Abstimmung mit der K\u00e4mmerei hat die Verwaltung diese Kosten \u00fcber R\u00fccklagen ausgeglichen.<\/p>\n<p>Das ist schon wieder eine Menge Geld \u2013 in Relation gesehen zum gesamten Bau-Budget sind es aber \u201enur\u201c knapp 8 Prozent \u00dcberschreitung: Akzeptabel, finden die Gemeinder\u00e4te. \u201eDie Kugelbahn ist immer noch der Renner\u201c, lobt Hans-Peter Kirgis den Einsatz des Bauamts. Die fertigen Stra\u00dfen, Gr\u00fcnfl\u00e4chen und Bauwerke sprechen offenbar f\u00fcr sich. \u201eDie Bauprojekte bleiben \u2013 die sind nicht nur f\u00fcr ein Jahr gebaut worden\u201c, fasste Paulowitsch zusammen.<\/p>\n<p>War die Gartenschau in Kernen ein Erfolg oder wird sie nun im Nachhinein von den finanziellen Folgen \u00fcberschattet \u2013 auch im Hinblick auf die angespannte Lage infolge der Corona-Krise? Die Antwort d\u00fcrfte manche \u00fcberraschen: Trotz der Mehrkosten von mehr als einer Million Euro finden alle: 2019 war ein tolles Jahr. Er sei urspr\u00fcnglich ein echter Kritiker der Gartenschau gewesen, sagt etwa Hans Dietzel (UFW). Das Gartenschaujahr aber mitzuerleben und zu sehen, was Verwaltung, Ehrenamtliche und der Bauhof alles auf die Beine gestellt h\u00e4tten, habe ihn endg\u00fcltig bekehrt. \u201eGerade wegen Corona ist es sch\u00f6n, dass wir vergangenes Jahr die Gartenschau noch hatten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 16.07.2020 \/ Lynn Bareth Da hat sich Kernen saftig versch\u00e4tzt: Die Schlussabrechnung legt ein Defizit von \u00fcber einer Million Euro dar \/ Wie kam es dazu? Die Schlussabrechnung der Remstal-Gartenschau liegt nun endlich vor. 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