{"id":5338,"date":"2020-05-05T07:03:46","date_gmt":"2020-05-05T05:03:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=5338"},"modified":"2020-05-04T16:04:08","modified_gmt":"2020-05-04T14:04:08","slug":"debatte-um-bewaesserung-von-biotop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2020\/05\/debatte-um-bewaesserung-von-biotop\/","title":{"rendered":"Debatte um Bew\u00e4sserung von Biotop"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 04.05.2020 \/ Laura Steinke<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weil die T\u00fcmpel in den Stettener Seewiesen austrocknen, werden sie k\u00fcnstlich nass gehalten \u2013 das gef\u00e4llt nicht allen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Kleinod, das Einblicke in die Flora und Fauna eines \u00f6kologischen Lebensraumes bietet \u2013 so ist das Biotop \u201eSeewiesen\u201c auf der Internetseite der Gemeinde Kernen beschrieben. Die Meinungen, wie nat\u00fcrlich dieses Biotop an der Frauenl\u00e4nderstra\u00dfe allerdings ist, gehen auseinander. J\u00fcngst mussten die Seewiesen wieder einmal von Menschenhand bew\u00e4ssert werden, da sie ausgetrocknet waren. Das gab Anlass, eine alte Diskussion neu aufzurollen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Feuerwehr Kernen bef\u00fcllte die T\u00fcmpel auf den Seewiesen k\u00fcrzlich zum zweiten Mal in diesem Jahr mit Wasser. \u201eEinmal im Jahr machen wir das sowieso\u201c, sagt Kommandant Andreas Wersch. Durch den trockenen Winter und die vergangenen Wochen ohne Regen und mit viel Sonne waren die meisten T\u00fcmpel ausgetrocknet. Von anderen seien nur noch Pf\u00fctzen \u00fcbrig gewesen. Es habe Gefahr bestanden, dass dort Fr\u00f6sche und andere Tiere verenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hatte zwei M\u00e4dchen aus Stetten, Natalia und Leni, dazu bewegt, zwei Nachmittage lang mit Plastikeimern, Wasser vom nahe gelegenen Haldenbach zu sch\u00f6pfen und damit die T\u00fcmpel im Biotop zu f\u00fcllen. Sie versuchten auch, die Kaulquappen in tiefere T\u00fcmpel umzusiedeln. Bis die Mutter eines der M\u00e4dchen eine E-Mail an B\u00fcrgermeister Benedikt Paulowitsch schickte. Sie bat darum, dass die Feuerwehr das Biotop bew\u00e4ssere und somit das Anliegen der M\u00e4dchen unterst\u00fctze. Und das geschah dann auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>90\u2005000 Liter vom Haldenbach ins Biotop gepumpt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Stunden lang liefen die Pumpen der Feuerwehr. \u00dcber Schl\u00e4uche leiteten die Kameraden rund 90\u2005000 Liter Wasser aus dem Haldenbach auf die Seewiesen. Dem Bach mache der Wasserverlust nichts aus, so Wersch. Da komme immer was nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als B\u00fcrgermeister Benedikt Paulowitsch auf Facebook von dem Einsatz der Feuerwehrleute berichtete, tat Christof Leibbrand, der zur Zeit der Entscheidung \u00fcber das Biotop vor f\u00fcnf Jahren f\u00fcr die Offene Gr\u00fcne Liste im Gemeinderat sa\u00df, seinen Widerwillen gegen das Projekt kund: Es handle sich an dieser Stelle um kein Feuchtgebiet, welches geeignet w\u00e4re, ein Feuchtbiotop zu errichten. \u201eDeswegen hatte auch die OGL vehement gegen die Erstellung dieses Biotops argumentiert und auch gegen die Errichtung gestimmt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der jetzige OGL-Fraktionsvorsitzende Matthias Kramer sieht die Sache n\u00fcchtern. Seine Gef\u00fchle kochen bei dem Thema nicht mehr hoch, sagt er. \u201eDamals haben wir gesagt: Wir brauchen jetzt nicht viel Geld in die Hand zu nehmen, denn Natur reicht so wie sie ist\u201c, so Kramer. Die Modellierung sei okay geworden, sagt er, aber: \u201eEin Biotop, das man auff\u00fcllen muss, ist eben kein nat\u00fcrliches Biotop.\u201c Bis jetzt sei es f\u00fcr die Stettener Seewiesen normal gewesen, dass sie im Sommer aufgef\u00fcllt werden m\u00fcssen \u2013 und noch nicht im April. Kramers Kommentar: \u201eKlimawandel l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andreas Wersch, der als CDU-Fraktionsvorsitzender im Kernener Gemeinderat sitzt, setzt sich f\u00fcr die Berechtigung des Biotops ein. \u201eDas waren immer feuchte Wiesen, da konnte man nie was Vern\u00fcnftiges mit anfangen, weil sie st\u00e4ndig unter Wasser standen\u201c, sagt er. \u201eJetzt k\u00f6nnen Eltern ihren Kindern hier die Natur erkl\u00e4ren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um das zu erreichen, stellte die CDU einen Antrag auf die Renaturierung der Fl\u00e4che. Der Gemeinderat stimmte im Februar 2015 dagegen, im Oktober desselben Jahres dann aber daf\u00fcr. F\u00fcr 53\u2005500 Euro wurde das Biotop mit einem Steg und einer Plattform f\u00fcr Besucher und Infotafeln ausgestattet. Im Mai 2018 wurde es feierlich er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Biotop werde von Familien gut angenommen, sagt Wersch. Kein Wunder, denn dort gibt es Ringelnattern, Blindschleichen, Echsen, Fr\u00f6sche und Kr\u00f6ten zu entdecken. Wie bei Ausflugszielen oft der Fall, liege aber ab und zu M\u00fcll herum, sagt Wersch. Den habe die Feuerwehr bei der Bew\u00e4sserung auch gleich mitgenommen. Dass das Biotop verschmutzt werde, war in der damaligen Diskussion auch eine Bef\u00fcrchtung der OGL gewesen. \u201eDas ist auch berechtigt, und ich sehe es genauso, dass das ein \u00c4rgernis ist\u201c, sagt Wersch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bauamt behebt Fehler: Wasser soll nun l\u00e4nger in den T\u00fcmpeln bleiben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil bei der Modellierung des Gebiets ein Fehler gemacht wurde, sagt Wersch, trocknen die T\u00fcmpel nun schnell aus. Ein \u00dcberlauf wurde damals so angelegt, dass der anliegende Feldweg bei einer \u00dcberschwemmung des Haldenbachs und damit des Biotops begehbar bleibt, hei\u00dft es von der Gemeinde Kernen. \u201eNun l\u00e4uft das Biotop halt leer\u201c, bem\u00e4ngelt Wersch. Um das zuk\u00fcnftig zu vermeiden, hat das Bauamt k\u00fcrzlich einige der T\u00fcmpel vertieft \u2013 dort, wo es \u00f6kologisch vertretbar war, sagt Susanne Herrmann, Pressesprecherin der Gemeinde Kernen. Au\u00dferdem sei der \u00dcberlauf erschwert worden. \u201eBeides soll unterst\u00fctzen, dass bei Regen das Hangabzugswasser etwas l\u00e4nger in den Mulden stehenbleibt\u201c, sagt Herrmann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Pressemitteilung teilte das Landratsamt vor kurzem mit, dass die Wasserentnahme mit einer Pumpe nur mit einer wasserrechtlichen Erlaubnis gestattet ist (wir berichteten). \u201eEs gibt aber Ausnahmef\u00e4lle, in denen Wasserentnahmen unter bestimmten Voraussetzungen ohne wasserrechtliche Erlaubnis m\u00f6glich sind\u201c, berichtet Leonie Ries, Pressesprecherin des Landratsamts, auf Nachfrage. Das sind zum Beispiel die Gefahrenabwehr und \u00dcbungen zur Gefahrenabwehr. Da im Seewiesenbiotop Kaulquappen leben, die auszutrocknen drohten, sei der Einsatz erlaubt gewesen. Das Amt f\u00fcr Umweltschutz sei au\u00dferdem dar\u00fcber informiert worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 04.05.2020 \/ Laura Steinke Weil die T\u00fcmpel in den Stettener Seewiesen austrocknen, werden sie k\u00fcnstlich nass gehalten \u2013 das gef\u00e4llt nicht allen Ein Kleinod, das Einblicke in die Flora und Fauna eines \u00f6kologischen Lebensraumes bietet \u2013 so ist das Biotop \u201eSeewiesen\u201c auf der Internetseite der Gemeinde Kernen beschrieben. Die Meinungen, wie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5338"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5338"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5338\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5341,"href":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5338\/revisions\/5341"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5338"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5338"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}