{"id":5188,"date":"2019-05-02T06:30:58","date_gmt":"2019-05-02T04:30:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=5188"},"modified":"2019-05-01T23:08:36","modified_gmt":"2019-05-01T21:08:36","slug":"absage-fuer-letzte-ruhe-unter-reben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2019\/05\/absage-fuer-letzte-ruhe-unter-reben\/","title":{"rendered":"Absage f\u00fcr letzte Ruhe unter Reben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>02Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 20.04.2019 \/ Sebastian Striebich<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die CDU-Fraktion kann f\u00fcr ihre Idee eines Friedweinbergs in Stetten keine Mehrheit begeistern<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begraben unter Weinreben \u2013 wo f\u00e4nde die Seele eines dahingeschiedenen Weinliebhabers oder Wengerters wohl besser ihre letzte Ruhe? Die CDU<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">hat bei ihren Antr\u00e4gen zum Kernener Haushalt einen Friedweinberg als neue Bestattungsform ins Spiel gebracht. Doch die Verwaltung wird sich vorerst nicht weiter damit befassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEine bl\u00fchende Fantasie\u201c bescheinigte Walter Zimmer (CDU) seinem Gegen\u00fcber Ebbe K\u00f6gel (PFB) in der Glockenkelter. Das war in der j\u00fcngsten Gemeinderatssitzung vergangene Woche, als das Gremium die Haushaltsantr\u00e4ge der Fraktionen diskutierte. K\u00f6gel hatte Bedenken zur Idee der CDU ge\u00e4u\u00dfert, einen Friedweinberg beim Neuen Friedhof in Stetten zu errichten: Ob es nicht piet\u00e4tlos sei, den Wein eines tiefwurzelnden Rieslings zu trinken, wenn doch unter den Trauben Menschen begraben l\u00e4gen? Wengerter Walter Zimmer erkl\u00e4rte geduldig: \u201eEs gibt keine Frucht, keinen Ertrag, keinen Herbst. Die Rebe ist symbolisch. Eigentlich ist es nichts anderes als ein Friedwald.\u201c Sprich: Es w\u00fcrde kein Friedhofswein gekeltert. Die Trauben w\u00fcrden abgeerntet, bevor sie reif w\u00e4ren.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>200\u2005000 Euro sind zu viel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Betonung liegt auf dem Konjunktiv: \u201ew\u00fcrden\u201c und \u201ew\u00e4ren\u201c. Denn einen Friedweinberg wird es in Kernen vorerst nicht geben. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt (den f\u00fcnf CDU-Stimmen standen zehn Gegenstimmen und drei Enthaltungen entgegen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im CDU-Antrag hatte es gehei\u00dfen: \u201eFriedw\u00e4lder und \u00e4hnliche letzte Ruhest\u00e4tten erfreuen sich immer gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Bestattungsformen und auch gegen\u00fcber oftmals unwirtlichen Urnenw\u00e4nden.\u201c Dass der Gemeinderat den Weinberg als letzte Ruhest\u00e4tte dennoch ablehnte, lag vor allem an den Kosten, die eine Recherche der Kernener Verwaltung ans Licht bef\u00f6rdert hatte: Laut Auskunft der Gemeinde Nordheim am Main (Bayern), die ihren Friedweinberg im Dezember 2019 er\u00f6ffnet hat, kostete die Umgestaltung des ausgemusterten Weinbergs stolze 200\u2005000 Euro.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu k\u00e4men die Folgekosten und der Mehraufwand f\u00fcr den Bauhof oder einen externen Dienstleister, hei\u00dft es in der Stellungnahme des Kernener Rathauses. Schlie\u00dflich m\u00fcssten die Reben fachm\u00e4nnisch geschnitten und das Areal entsprechend gepflegt werden. Fl\u00e4chennutzungsplan und Bebauungsplan m\u00fcssten ebenfalls ge\u00e4ndert werden. Und, betonte B\u00fcrgermeister Stefan Altenberger in der Sitzung: Die Kosten w\u00fcrden auf die Friedhofsgeb\u00fchren umgelegt \u2013 \u201eirgendwie muss das Sterben auch bezahlbar bleiben\u201c. \u00dcberdies w\u00fcrden auf den Kernener Friedh\u00f6fen aktuell neue Bestattungsformen insbesondere f\u00fcr Urnengrabstellen geschaffen. Das vielf\u00e4ltige Angebot decke den Bedarf bis 2030.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Anmerkung\/Nachtrag in eigener Sache:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Es handelte sich beim Antrag der CDU-Fraktion um einen sogen. \u201ePr\u00fcfantrag\u201c. Die Verwaltung wurde beauftragt, weitere Sachinformationen einzuholen und zu berichten. Erst danach soll eine Diskussion im Gemeinderat erfolgen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Hier der Antrag der CDU Gemeinderatsfraktion im Wortlaut. Machen Sie sich selbst ein Bild:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pr\u00fcfauftrag: Errichtung eines \u201eFriedweinbergs\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Antrag<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Verwaltung wird beauftragt, dem gelungenen Beispiel anderer Kommunen folgend, als neue Bestattungsform die Errichtung eines sogen. \u201eFriedweinbergs\u201c zu pr\u00fcfen. Dem Gemeinderat ist hier\u00fcber zu berichten, die notwendigen Kosten f\u00fcr einen \u201eFriedweinberg\u201c sind vorab zu ermitteln. Hiernach kann eine Diskussion im Gemeinderat erfolgen. \u00a0Die f\u00fcr die Planungen erforderlichen Mittel sind von der Verwaltung zu beziffern und in den Planentwurf einzustellen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Begr\u00fcndung<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Friedw\u00e4lder und \u00e4hnliche letzte Ruhest\u00e4tten erfreuen sich immer gr\u00f6\u00dferer Beliebtheit gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Bestattungsformen und auch gegen\u00fcber oftmals unwirtlichen Urnenw\u00e4nden. Gemeinden wie beispielsweise Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) oder Nordheim (Franken) haben nun unter gro\u00dfer medialer Beachtung sogen. \u201eFriedweinberge\u201c eingerichtet. Diese erfreuen sich inzwischen einer gro\u00dfen Nachfrage.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dabei handelt es sich um einen aufgelassenen Weinberg, der f\u00fcr den Weinbau nicht mehr genutzt wird und entsprechend umgestaltet und neu bepflanzt werden muss. An einen Ertrag der Reben ist nicht gedacht \u2013 es erfolgt eine sogen. \u201eGr\u00fcnlese\u201c. Einen \u201eFriedhofswein\u201c, wie er von mancher Seite kritisch ins Feld gebracht wird, soll und wird es also nicht geben.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Nat\u00fcrlich ist uns bewusst, dass solches \u201eNeuland\u201c sehr kritisch gesehen und zu kontroversen Diskussionen f\u00fchren wird. Auch wir als CDU Gemeinderatsfraktion sind uns noch nicht einig, haben noch keinen wirklichen Standort ins Auge gefasst und wissen nicht, ob es einen geeigneten Platz in unserer Gemeinde \u00fcberhaupt gibt. In einer Weinbaugemeinde wie der unseren sollte diese neue Form der Bestattung aber zumindest fr\u00fchzeitig in die Diskussion gebracht werden.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Kernen i.R., 21.03.2019<\/em><br \/>\n<em>Andreas Wersch<\/em><br \/>\n<em>Fraktionsvorsitzender<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>02Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 20.04.2019 \/ Sebastian Striebich Die CDU-Fraktion kann f\u00fcr ihre Idee eines Friedweinbergs in Stetten keine Mehrheit begeistern Begraben unter Weinreben \u2013 wo f\u00e4nde die Seele eines dahingeschiedenen Weinliebhabers oder Wengerters wohl besser ihre letzte Ruhe? 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