{"id":5165,"date":"2019-04-15T16:06:26","date_gmt":"2019-04-15T14:06:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=5165"},"modified":"2019-04-15T16:06:26","modified_gmt":"2019-04-15T14:06:26","slug":"hangweide-ueberraschend-teuer-verkauft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2019\/04\/hangweide-ueberraschend-teuer-verkauft\/","title":{"rendered":"Hangweide \u00fcberraschend teuer verkauft"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 15.04.2019 + Fellbacher Zeitung vom 13.04.2019 \/ Hans-Dieter Wolz<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Diakonie Stetten ver\u00e4u\u00dfert das Quartier f\u00fcr 16,5 Millionen Euro an die Gemeinde Kernen und ihre Projektpartner. Das sind vier Millionen Euro mehr, als nach ersten Gutachten-Entw\u00fcrfen zu erwarten war. Das hat Folgen f\u00fcr die Bebauung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Jubel \u00fcber den endlich abgeschlossenen Deal bleibt aus. Peter Mauch, der Beigeordnete und Bauamtsleiter in Kernen, spricht zwar von einer \u201eRiesenchance, 7,7 Hektar ungenutzte Brachfl\u00e4che entwickeln zu k\u00f6nnen\u201c. Aber der Kaufpreis von 16,5 Millionen Euro f\u00fcr die ehemalige Behindertensiedlung Hangweide haben B\u00fcrgermeister Stefan Altenberger und Teile des Gemeinderats ern\u00fcchtert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst in drei oder vier Jahren k\u00f6nnen die Bagger anr\u00fccken Fast mehr als \u00fcber die Chancen eines neuen Wohngebiets sprechen Altenberger und Mauch \u00fcber weitere Risiken des Kaufs: m\u00f6gliches Hochwasser in der Beibachaue, ein Restrisiko von Altlasten trotz erfolgter Untersuchung des Grundst\u00fccks, L\u00e4rm von der Kreisstra\u00dfe. Der Schutz davor k\u00f6nnte viel Geld kosten. Auch ein m\u00f6gliches Ende des Immobilienbooms mit br\u00f6ckelnden Preisen k\u00f6nnte der Gemeindeverwaltung einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Erst in drei oder vier Jahren k\u00f6nnen nach einer langen zu erwartenden Planungsphase die Bagger anr\u00fccken. In acht Jahren sollen die Bauten stehen und das Wohneigentum verkauft sein.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Widerstand in der entscheidenden Sitzung des Gemeinderats kam von der CDU. Deren f\u00fcnf anwesende Gemeinder\u00e4te(1) haben am Donnerstag durchweg gegen den Kauf votiert, weil sie f\u00fcrchten, dass sich die Gemeinde in ein zu gro\u00dfes finanzielles Risiko begibt. Zwar tragen zwei Projektpartner, die Kreisbaugesellschaft Waiblingen (Kreisbau) und die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE), zu je 30 Prozent den Kaufpreis und alle weiteren Aufwendungen mit. Doch diese haben sich Ausstiegsklauseln nach vier und acht Jahren gesichert, w\u00e4hrend die Gemeinde keine R\u00fccktrittsrechte vom Vertrag hat. Trotzdem betonten die Redner der Ratsmehrheit die Chance auf dringend notwendigen Wohnungsbau. Mit zw\u00f6lf zu f\u00fcnf Stimmen wurden der Kauf und der Vertrag mit den Projektpartnern akzeptiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Beigeordneter Mauch: \u201eWir sind zu einer gewissen Dichte verdammt\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anders als vom Gemeinderat gefordert, werden nur 60 bis 90 Sozialwohnungen entstehen k\u00f6nnen Der unerwartet hohe Rohbaulandpreis von etwa 250 Euro pro Quadratmeter erschwert es, die W\u00fcnsche aus der vielfach gelobten bisherigen B\u00fcrgerbeteiligung zu ber\u00fccksichtigen: \u201eDieser schr\u00e4nkt uns ein und schr\u00e4nkt ein, was an uns von den B\u00fcrgern herangetragen worden ist\u201c, sagt Altenberger. So wehrt er sich gegen Gedankenspiele, trotz des Gemeindeanteils am Kaufpreis von 6,6 Millionen Euro Erbbaupachten zu vergeben, um preiswertes Bauen zu erm\u00f6glichen, wie es in Beinsteiner Stra\u00dfe gehandhabt worden ist: \u201eDer Erbbaupreis zu Nulls\u00e4tzen w\u00fcrde bedeuten, dass wir das Geld nie wiedersehen. Das kann nicht sein. Das rechnet sich hinten und vorne nicht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anders als vom Gemeinderat gefordert, werden nur 60 bis 90 Sozialwohnungen entstehen k\u00f6nnen \u2013 eine Sozialquote von 17,5 Prozent ist in den Kaufpreis eingerechnet worden. Die Hangweide muss, damit die Gemeinde nicht drauflegt, dicht bebaut werden mit 330 bis 500 Wohnungen. Es entsteht ein Wohngebiet mit 800 bis 1200 Einwohnern. Die weiteren Folgen sind unklar. \u201eWir sind zu einer gewissen Dichte verdammt, das Gebiet wird nicht wie die Tulpenstra\u00dfe funktionieren. Die Mischung an Wohnungen ist noch v\u00f6llig offen\u201c, sagt Peter Mauch mit Blick auf das bisher letzte Baugebiet in Rommelshausen, das trotz hoher Grundst\u00fcckskosten noch vergleichsweise locker bebaut werden konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden ersten Gutachten hatten den Verkehrswert der Hangweide noch auf 12,5 Millionen Euro beziffert Gerade diese Durchmischung des Wohngebiets sieht der B\u00fcrgermeister in Gefahr. Zwar kann die Gemeinde festlegen, dass die 60 bis 90 Sozialwohnungen entstehen, doch k\u00f6nnten Bautr\u00e4ger versucht sein, das dabei nicht verdiente Geld auf die frei verhandelbaren Wohnungspreise draufzuschlagen. \u201eDann gibt es Wohnungen f\u00fcr Bed\u00fcrftige und f\u00fcr die Reichen, aber die Normalverdiener, der Mittelstand, geht leer aus\u201c, klagt Altenberger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden ersten Gutachten \u2013 Altenberger spricht von Gutachten-Entw\u00fcrfen \u2013 hatten den Verkehrswert der Hangweide noch auf 12,5 Millionen Euro beziffert. Die Gutachter hatten dabei noch einen Wertabschlag f\u00fcr die Grundst\u00fccksteile in der Nachbarschaft des Anna-Kaiser-Komplexes eingerechnet, der weiterhin von Behinderten bewohnt sein wird und im Besitz der Diakonie Stetten bleibt. Speziell dies hatte deren Vorstand vergr\u00e4tzt, weil er dies als diskriminierend gegen\u00fcber seinen Schutzbefohlenen ansah. Allein daran schon waren die Verhandlungen am Rand des Scheiterns und waren unterbrochen. Diese Minderung des Kaufpreises ist nun vom Tisch. Der Wertabschlag f\u00fcr den Anteil an sozialem Wohnungsbau betrifft nun nur noch 17,5 Prozent der Fl\u00e4che. \u201eWir sind beeindruckt von der Verhandlungsstrategie der Diakonie Stetten\u201c, kommentiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Wersch. \u201eBei aller Wertsch\u00e4tzung \u2013 fair war das nicht.\u201c Auch Altenberger hadert mit dem Verhandlungsverlauf: \u201eWie die Diakonie die Karte mit dem Sozialen gezogen hat \u2013 gefallen hat mir das auch nicht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Haupts\u00e4chlich erkl\u00e4rt sich der nun festgestellte Verkehrswert von 16,2 Millionen Euro \u2013 um 300 000 Euro liegt der vereinbarte Kaufpreis dr\u00fcber \u2013 dadurch, dass die Gutachter entsprechend der Immobilien-Preissteigerungen die erzielbaren Wohnungspreis nach oben korrigiert haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>(1) Anm.: von den f\u00fcnf anwesenden Gemeinder\u00e4ten haben nicht, wie im Bericht von Hans-Dieter Wolz zu lesen steht, alle f\u00fcnf gegen den Erwerb der Hangweide gestimmt. Die \u00a0f\u00fcnf Nein-Stimmen kamen von vier CDU-R\u00e4ten und von Ebbe K\u00f6gel.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 15.04.2019 + Fellbacher Zeitung vom 13.04.2019 \/ Hans-Dieter Wolz Die Diakonie Stetten ver\u00e4u\u00dfert das Quartier f\u00fcr 16,5 Millionen Euro an die Gemeinde Kernen und ihre Projektpartner. Das sind vier Millionen Euro mehr, als nach ersten Gutachten-Entw\u00fcrfen zu erwarten war. Das hat Folgen f\u00fcr die Bebauung. 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