{"id":4727,"date":"2017-05-22T20:43:33","date_gmt":"2017-05-22T18:43:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=4727"},"modified":"2017-05-22T20:43:33","modified_gmt":"2017-05-22T18:43:33","slug":"gefeilsche-um-die-saalmiete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2017\/05\/gefeilsche-um-die-saalmiete\/","title":{"rendered":"Gefeilsche um die Saalmiete"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Waiblinger Kreiszeitung vom 20.05.2017 \/ Text: Hans-Joachim Schechinger<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verwaltung, Fraktionen und Vereine fordern f\u00fcr Vereinsveranstaltungen im Kernener B\u00fcrgerhaus S\u00e4tze von 250 bis null Euro<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Thema Miete f\u00fcr Vereine im Kernener B\u00fcrgerhaus zieht sich ein Graben durch den Gemeinderat. Eine Art Sch\u00fctzengraben. PFB-Gemeinderat Ebbe K\u00f6gel schoss auf B\u00fcrgermeister Altenberger an der Front der Argumente. Seine Verwaltung f\u00fchre mit ihrem Tarif \u201eeinen Kriegszug gegen die kulturtreibenden Vereine\u201c. Worauf Altenberger emp\u00f6rt zur\u00fcckkeifte: \u201eUnglaublich. Sind Sie noch ganz bacha?\u201c Die erregte Debatte endete mit einem Sieg des Verwaltungsantrags: k\u00fcnftig pauschal 250 Euro f\u00fcr die Nutzung des B\u00fcrgersaals.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Antrag der Kernener Gemeindeverwaltung und das interfraktionelle Gesuch von OGL und PFB zu verbesserten Mietkonditionen f\u00fcr \u00f6rtliche Vereine im gro\u00dfen B\u00fcrgersaal standen nicht allein da. Im Hintergrund kreisten die W\u00fcnsche einzelner Kernener Vereine, unter denen der weitreichendste ein gener\u00f6ser Nulltarif f\u00fcrs B\u00fcrgerhaus ist. Schon jetzt liegen die Mieten f\u00fcr Vereine hier aber unter denen privater oder gewerblicher Mitbewerber. Zu den 250 Euro Grundmiete f\u00fcr eine sechsst\u00fcndige Veranstaltung im rund 500 Personen fassenden B\u00fcrgersaal 1 kommen bisher Geb\u00fchren f\u00fcr die Verst\u00e4rkeranlage, f\u00fcr Fl\u00fcgel, zwei Mikrofone, Hausmeister und M\u00fcllentsorgung. Die vom Hauptamt vorgeschlagene und am Donnerstagabend mit breiter Ratsmehrheit beschlossene Variante der Gemeinde halbiert nun laut BM Altenberger diese Gesamtkosten auf pauschal 250 Euro und entspricht damit dem Preis, den Kernener Vereine schon jetzt in der Glockenkelter pauschal bezahlen. Die Alte Kelter in Rom gibt es noch g\u00fcnstiger. Hier liegt die Miete f\u00fcr einen Tag bei 150 Euro inklusive Nebenkostenpauschale.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Halbierung der Vereinsmiete<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">15 Millionen Euro habe die Gemeinde in die drei neu gebauten bzw. sanierten Locations investiert, so BM Altenberger. \u201eDie Vereine k\u00f6nnen diese Veranstaltungsst\u00e4tten zu besonders g\u00fcnstigen Konditionen buchen. Darauf hat der Gemeinderat immer gro\u00dfen Wert gelegt.\u201c Dass das B\u00fcrgerhaus, die Glockenkelter und die Alte Kelter schon nach kurzer Betriebszeit wegen der profitablen Mischnutzung durch gewerbliche Veranstalter, Firmen, Privatleute und Vereine gut ausgelastet seien und zudem wirtschaftlich arbeiteten, freue ihn, bekannte Altenberger. Die Gemeinde stehe nicht ohne Grund wirtschaftlich so gut da. \u201eUnd trotzdem schl\u00e4gt sie \u2013 um den Vereinen entgegenzukommen \u2013 eine Halbierung der Vereinsmieten f\u00fcr das B\u00fcrgerhaus vor. Dabei sollten wir es aber auch belassen.\u201c Schlie\u00dflich verlange auch die Kirche f\u00fcrs evangelische Gemeindehaus 150 Euro Saalmiete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">OGL und PFB indes wollen die Vereine noch st\u00e4rker entlasten. Ihr Vorschlag: Jeder Kernener Verein darf einmal im Jahr eine Veranstaltung in einem der gemeindeeigenen R\u00e4ume zu einer besonders erm\u00e4\u00dfigten Miete einschlie\u00dflich Technikkosten durchf\u00fchren: f\u00fcr nur 100 Euro im gro\u00dfen Saal 1 des B\u00fcrgerhauses, zu 50 Euro in einer der anderen Veranstaltungsst\u00e4tten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">OGL-Rat Michael Burger sagte, ganz offensichtlich reichten die 2016 beschlossenen Sonderkonditionen f\u00fcr Vereine nicht aus. Doch erst die Angebote der kulturtreibenden Vereine im Ort, so die Jazz-Reihe des KuKuK, sicherten dem Veranstaltungsort Kernen sein besonderes Gepr\u00e4ge. Pathetisch formuliert: Sie schafften Erlebnisse, die einen Ort zur Heimat machen. Der interfraktionelle OGL\/PFB-Antrag ziele also nicht nur auf die finanzielle Entlastung der Vereine, er wolle auch die Vielfalt des Kernener Kulturlebens, das von jenen getragen werde, nachhaltig sichern helfen. \u201eEs steht uns gut an, die Bedenken der Vereine ernst zu nehmen und sie nicht wegzuwischen\u201c, so Burger. Altenberger reflexartig: \u201eDeshalb haben wird die Miete um die H\u00e4lfte reduziert.\u201c Gemeinderat Burger gab fix zur\u00fcck: \u201eDas ist zu wenig.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wobei UFW-Fraktionschef Hans Dietzel gleich die Gegenrechnung aufmachte: Von Beginn an seien die Kernener Vereine wie auch die B\u00fcrger in die Planung des B\u00fcrgerhauses einbezogen worden Es sei klar gewesen, dass beide zur Finanzierung der Folgekosten herangezogen w\u00fcrden. Der reduzierte Mietzins f\u00fcr Vereine in Kernen sei Teil eines umfassenden Pakets der Vereinsf\u00f6rderung, weshalb er sich mit dem umliegender Gro\u00dfer Kreisst\u00e4dte nicht vergleichen lasse. \u201e100 Euro Miete entsprechen real 84 Euro. Da kostet schon der Hausmeister mehr, und das muss dann der B\u00fcrger bezahlen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andreas Wersch bedauerte, dass die Unterscheidung zwischen sport- und kulturtreibenden Vereinen einen Keil zwischen sie treibe, zumal, wie Altenberger hinzuf\u00fcgte, Sportvereinsmitglieder f\u00fcr die Sanierungsinvestitionen ihrer Anlagen selber aufkommen m\u00fcssten. Ebbe K\u00f6gel: \u201eWir sagen nicht, dass die sportreibenden Vereine bevorzugt werden, sondern dass die kulturtreibenden benachteiligt werden.\u201c Es gehe nicht darum, Sportvereine zur Finanzierung heranzuziehen, wobei ja aber auch die Sportst\u00e4tten Geld aus Steuermitteln gekostet h\u00e4tten. \u201eDa ist ein eklatantes Missverh\u00e4ltnis in der F\u00f6rderung von Sport- und kulturtreibenden Vereinen\u201c, so K\u00f6gel. Gemessen an den 8000 bis 9000 Euro, die eine auf 100 Euro bzw. 50 Euro reduzierte Saalmiete die Gemeinde j\u00e4hrlich kostete, seien die beschlossenen Investitionen in Mr. Gartenschau und anderes ein Klacks.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erfreuliche Bilanz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kernener B\u00fcrgerhaus hat 2016 eine aus Sicht der Verwaltung erfreulich niedrige Deckungsl\u00fccke in H\u00f6he von 87 000 Euro erwirtschaftet. Erwartet worden war ein Defizit in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 150 000 bis 200 000 Euro. In der Glockenkelter lag das Defizit bei 20 500 Euro. Die Alte Kelter in Rommelshausen erzielte gar einen \u00dcberschuss in H\u00f6he von 4000 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Waiblinger Kreiszeitung vom 20.05.2017 \/ Text: Hans-Joachim Schechinger Verwaltung, Fraktionen und Vereine fordern f\u00fcr Vereinsveranstaltungen im Kernener B\u00fcrgerhaus S\u00e4tze von 250 bis null Euro Beim Thema Miete f\u00fcr Vereine im Kernener B\u00fcrgerhaus zieht sich ein Graben durch den Gemeinderat. Eine Art Sch\u00fctzengraben. PFB-Gemeinderat Ebbe K\u00f6gel schoss auf B\u00fcrgermeister Altenberger an der Front der Argumente. 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