{"id":4478,"date":"2016-06-23T13:11:02","date_gmt":"2016-06-23T12:11:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=4478"},"modified":"2016-07-09T13:56:49","modified_gmt":"2016-07-09T12:56:49","slug":"gemeinderat-will-den-kleinen-damm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2016\/06\/gemeinderat-will-den-kleinen-damm\/","title":{"rendered":"Gemeinderat will den kleinen Damm"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mehrheit entscheidet sich f\u00fcr eine Erh\u00f6hung am Stettener Krebenweg um 1,60 Meter\/ Betroffen sind 250 Grundst\u00fccke<\/strong><\/p>\n<p>Ein Restrisiko f\u00fcrs TV-Gel\u00e4nde und angrenzende Geb\u00e4ude bleibt. Doch der vom Gemeinderat jetzt beschlossene 3,9 Millionen Euro teure \u00fcberstr\u00f6mende Damm, gut 20 Meter s\u00fcdlich des Krebenwegs, wird \u00dcberschwemmungen der Stettener Wohnbebauung bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser (HQ 100) verhindern. Das neue Einlaufbauwerk des Hardtwiesenbachs tr\u00e4gt seinen Teil mit dazu bei.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2028Im Kernener Gemeinderat ist das Vorhaben umstritten. Die hohen Kosten von knapp vier Millionen Euro, der landschaftssch\u00e4dliche Eingriff ins Haldenbachtal durch seine urspr\u00fcnglich jetzt auf 1,60 Meter reduzierte Dammkrone und die strittige Frage nach der Effizienz des auf 80 000 Kubikmeter ausgelegten Hochwasserr\u00fcckhaltebeckens lassen Gemeinder\u00e4te zweifeln. Volker Borck (CDU) missf\u00e4llt zum einen, dass das optisch erfreuliche Absenken der Dammkronenerh\u00f6hung von ehedem vier auf 1,60 Meter \u201esich monet\u00e4r nicht auszahlt\u201c, sprich das Projekt nicht verbilligt. Zudem werde das Hochwasser aus anderen Quellen kommen, sprich aus dem Hartwiesenbach. \u201eWir haben dieses Hochwasser in den letzten 30 Jahren nicht gehabt. Ich wei\u00df nicht, ob wir den Damm so elementar brauchen.\u201c F\u00fcnf Ratsmitglieder, darunter Borck, stimmten, was die Dammerh\u00f6hung und das neue Durchlassbauwerk am Haldenbach angeht, mit Nein. 13 Ja-Stimmen sorgten bei einer Enthaltung f\u00fcr eine Mehrheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Hochwasserschutzkonzept f\u00fcr Stetten beinhaltet aber sowohl den Neubau des R\u00fcckhaltebeckens Krebenweg als auch weitergehende punktuelle bzw. abschnittsweise Ausbauma\u00dfnahmen am Hardtwiesenbach und am Haldenbach. Ein wichtiger Baustein ist der Umbau des Dole-Einlaufs am Hardtwiesenbach, der im kommenden Jahr erneuert werden soll.<\/p>\n<p><strong>Winkler: Chance, \u00dcberflutungen im Oberdorf wegzubekommen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dipl.-Ing. Erhard Winkler, Chef des von Kernen beauftragen Stuttgarter Ingenieurb\u00fcros Winkler und Partner, h\u00e4lt den Neubau, der auf ein HQ-100-Hochwasser ausgelegt ist, f\u00fcr \u201edie Chance, die \u00dcberflutungsfl\u00e4chen am Haldenbach bis zur Einm\u00fcndung Hardtwiesenbach praktisch wegzubekommen\u201c. Von den knapp vier Millionen Euro Bruttobaukosten, freilich ohne Grunderwerb, \u00fcbernimmt das Land 70 Prozent. Christoph Sch\u00f6nleber (SPD), der vor kurzem noch f\u00fcr ein fast eine halbe Million teureres und ein Meter h\u00f6heres Bauwerk geworben hatte, das einen Zuschlag von 40 000 Kubikmetern im Falle weiteren Klimawandels mit einschlie\u00dft, kann sich auch mit dieser vertr\u00e4glicheren Variante anfreunden. \u201eStatt vier Meter sind es jetzt nur noch 1,60 Meter, das ist sanft, weniger schlimm. Eine Sanierung ist sowieso erforderlich und das uns\u00e4gliche Rohr kommt weg\u201c. Der SPD-Mann betrachtet es als Fortschritt, dass die Quellen der Diakonie wie auch die alte M\u00fclldeponie abgedichtet w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Umstritten zwischen Experte Erhard Winkler und Gemeinderat Ebbe K\u00f6gel (PFB) ist das Thema Hochwasserursachen. K\u00f6gel sagte, auf ein fr\u00fcheres Statement Winklers zu Stettener Konzentrationsfl\u00e4chen f\u00fcr Starkregen anspielend: \u201eDer Regen wird auch nicht dort hinfallen, wie Sie es gerne h\u00e4tten, n\u00e4mlich am hinteren Haldenbach. Sie behaupten, die Gefahr kommt von da hinten, darum geht\u2019s.\u201c Die Ursachen f\u00fcr Hochwasser l\u00e4gen zudem nicht oben, sondern unten: in der Versiegelung bebauter Fl\u00e4chen. Das Einzugsgebiet des Haldenbachs sei jedoch haupts\u00e4chlich verdichteter Waldboden, der gro\u00dfe Wassermengen aufnehmen k\u00f6nne und sie wieder abgebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>K\u00f6gel: Eine Katastrophe, die wir erleiden m\u00fcssten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eF\u00fcr vier Millionen an Steuergeldern habe ich immer noch ein Restrisiko\u201c, bestreitet K\u00f6gel den Nutzen im Falle eines HQ-100-Ereignisses. Das Hochwasser in Braunbach, das laut Winkler Sachschaden in H\u00f6he von 100 Millionen Euro angerichtet hatte, \u201ew\u00e4re umgerechnet auf Stetten eine Katastrophe, die wir erleiden m\u00fcssten\u201c. Neuffen etwa baue deshalb nichts. Der B\u00fcrgermeister rate dort zu Gelassenheit in Sachen Jahrhunderthochwasser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diplom-Ingenieur Winkler widersprach energisch: \u201eIch sage nur, es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass dieser Regen im hinteren Haldenbachtal f\u00e4llt.\u201c Zum anderen gebe es wissenschaftlich erwiesen zwei Ursachen f\u00fcr Hochwasser bei Starkregen, die mit Versiegelung nichts zu tun h\u00e4tten. Entweder der Boden ist mit Wasser so ges\u00e4ttigt, dass es oberirdisch abflie\u00dft, ober aber die Erde ist gefroren \u2013 mit demselben Effekt. Zudem, so Altenberger: \u201eIm hinteren Haldenbachtal ist doch nichts versiegelt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">CDU-Fraktionschef Andreas Wersch missf\u00e4llt, dass Zahlen zum Thema Hochwasserschutz in Stetten st\u00e4ndig variieren. Er frage sich etwa, was an Schadensersatzforderungen drohe, wenn die laut einem Gutachten gef\u00e4hrdeten Trinkwasserquellen kontaminiert w\u00fcrden. Die Rechtslage verlange, damit Stettener auch im Hochwassergebiet bauen k\u00f6nnen, den HQ-100-Standard. Bei Schadensersatzforderungen z\u00e4hle vor Gericht der Stand der Technik. Das Rathaus stehe in der Pflicht, die B\u00fcrger zu sch\u00fctzen. Zwar zeigte der Pegel beim j\u00fcngsten Hochwasser in Stetten nur ein Viertel der Menge von Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd. \u201eAber das bedeutet nicht, dass es nicht morgen ganz anders kommen k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wer zahlt f\u00fcr den Hochwasserschutz?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2028Der Kostenschl\u00fcssel bei gesetzlich vorgeschriebenem Hochwasserschutz: 30 Prozent zahlt die Kommune als Bauherr, der Rest sind F\u00f6rdermittel des Landes. Im Gemeinderat wird aber auch die Frage diskutiert, ob Nutznie\u00dfer der Stettener 4-Millionen-Anlage, sprich die Unterlieger-Kommunen, sich nicht beteiligen sollten. Experte Winkler warnte: \u201eWenn Sie Betroffene reinnehmen wollen, werden Sie die Diskussion bekommen, mit welchem Schl\u00fcssel Sie die Nutznie\u00dfer beteiligen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 21.06.2016 \/ Text: Hans-Joachim Schechinger<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehrheit entscheidet sich f\u00fcr eine Erh\u00f6hung am Stettener Krebenweg um 1,60 Meter\/ Betroffen sind 250 Grundst\u00fccke Ein Restrisiko f\u00fcrs TV-Gel\u00e4nde und angrenzende Geb\u00e4ude bleibt. Doch der vom Gemeinderat jetzt beschlossene 3,9 Millionen Euro teure \u00fcberstr\u00f6mende Damm, gut 20 Meter s\u00fcdlich des Krebenwegs, wird \u00dcberschwemmungen der Stettener Wohnbebauung bei einem sogenannten Jahrhunderthochwasser (HQ 100) verhindern. 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