{"id":4468,"date":"2016-06-23T07:00:47","date_gmt":"2016-06-23T06:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=4468"},"modified":"2016-06-21T22:30:19","modified_gmt":"2016-06-21T21:30:19","slug":"yburg-in-erschreckendem-zustand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2016\/06\/yburg-in-erschreckendem-zustand\/","title":{"rendered":"Yburg in \u201eerschreckendem\u201c Zustand"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nur aus denkmalsch\u00fctzerischer Sicht sind die 330 000 Euro, die Kernen au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig investieren muss, gut angelegt<\/p>\n<p>Schalenbildung, Risse, Ausbr\u00fcche, br\u00f6ckelnde Bruchsteine: Was der erfahrene Restaurator Albert Kieferle bei der Untersuchung der Sandsteinmauern der Yburg sehen musste, hat ihn erschreckt. Die Ruine sei trotz des positiven Eindrucks als \u201esehr stark gesch\u00e4digtes Bauwerk\u201c einzustufen, schreibt er in seiner Schadensanalyse. Die Nitratbelastung sei \u201edas h\u00f6chste, was ich bisher erlebt habe\u201c. F\u00fcr den Gemeinderat Grund genug, rasch zu handeln.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig in den Haushalt eingestellten 330 000 Euro will Kernen den zweiphasigen Sanierungsmarathon schultern. Wie berichtet ist derzeit die Gefahr, dass sich Sandsteinschalen und Putz- und M\u00f6rtelteile von der Fassade l\u00f6sen und herabst\u00fcrzen k\u00f6nnten, sehr gro\u00df. Seit Monaten ist deswegen die unter Denkmalschutz stehende Ruine f\u00fcr das Publikum gesperrt. Die Sofortma\u00dfnahmen, die in einem ersten Sanierungsabschnitt an der einger\u00fcsteten Nord- und Westfassade sowie am Zugang zu den Gew\u00f6lbekellern geplant sind, sollen die Verkehrssicherheit im Blick auf die f\u00fcr den 4. August vor der Yburg angesetzte Stallw\u00e4chterparty herstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Ausbr\u00fcche sind scharfkantig und schwer\u201c, sagt Restaurator Albert Kieferle vom Hochdorfer Fachb\u00fcro AeDis, \u201ees w\u00e4re dramatisch, wenn jemand getroffen w\u00fcrde. Denn da kommt noch Weiteres herunter.\u201c In einer zweiten Etappe sollen die restlichen Fassadenfl\u00e4chen an der S\u00fcd- und Ostfassade sowie s\u00e4mtliche Wandfl\u00e4chen im Innenraum der Burganlage gesichert und restauriert werden. Ziel sei die Festigung und Konservierung des angegriffenen Steingef\u00fcges. Es gehe um Bestandssicherung, nicht um Erg\u00e4nzung, betont Kieferle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schadensbefund, den der Experte mit Fotos belegt, zeigt Ausbr\u00fcche aus der Mauer als Folge sich abl\u00f6sender Schalen. Auch gr\u00f6\u00dfere Abbr\u00fcche, bei denen Bruchst\u00fccke mit einem Gewicht von mehreren Kilogramm abfielen, haben die zwei Gutachter beobachtet. Verbaut wurde in der Yburg zwischen der Mitte des 14. Jahrhunderts und der Aufstockung ab 1649 \u00f6rtlich anstehender gelblich-brauner bis gr\u00fcnlicher Schilfsandstein und sp\u00e4ter beiger Udelfanger Sandstein, der bei der Instandsetzung um 1978 zum Einsatz kam. Die Risse betreffen alle Steinarten. Sie sind statisch bedingt, sprich durch Verformungen des Bauwerks entstanden. Risse k\u00f6nnen zum Abfallen gr\u00f6\u00dferer Steinbrocken f\u00fchren, wobei Albert Kieferle vor allem die statische Bruchstelle im obersten Geschoss der S\u00fcdostecke f\u00fcr bedenklich h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Die St\u00fccke k\u00f6nnen mehrere Kilogramm schwer sein<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bildung von Schalen auf dem Stettener Schilfsandstein als Folge von Verwitterung der Steinoberfl\u00e4che stellt aus Sicht des Restaurators eine akute Gef\u00e4hrdung der Passanten dar. Sie fallen in einer St\u00e4rke von mehreren Millimetern bis zu zwei Zentimetern ab, unter ung\u00fcnstigen Bedingungen gleich in mehreren Lagen \u00fcbereinanderliegender Schalen. Die St\u00fccke k\u00f6nnen mehrere Kilogramm schwer sein. Entsprechend gef\u00e4hrlich wird es f\u00fcr Besucher, wenn sie sich l\u00f6sen und herunterfallen. Schalenbildung sei sowohl an der Gliederung der Ruine, sprich an Gesimsen, Gew\u00e4nden und B\u00f6gen, als auch an den Bruchsteinen \u201esehr stark verbreitet.\u201c Vor allem aber die Salzbelastung an der Ostseite beunruhigt Denkmalsch\u00fctzer und Restauratoren. Er habe einen derart \u201eexorbitanten\u201c Nitrateintrag in ein Mauerwerk noch nicht erlebt, sagte Kieferle im Gemeinderat. Das Eindringen von Salz sei schwer zu unterbinden. Denkbar w\u00e4re dort eine \u201epunktuelle Instandsetzung der Mauer mit neuen Bruchsteinen und das Aufbringen einer Putzschicht, die in ihrem Erscheinungsbild dem Fugenm\u00f6rtel angen\u00e4hrt wird\u201c, regt Kieferle an. Ein sogenannter Opferputz, der die sch\u00e4dlichen Salze aufnimmt und sp\u00e4ter abgeschlagen wird, w\u00e4re eine langfristige Option. F\u00fcr SPD-Gemeinder\u00e4tin Ingrid M\u00f6hrle war die Kostensch\u00e4tzung von 330 000 Euro ein Schock. Nur wegen der Stallw\u00e4chterparty Anfang August, einem Sponsorenevent bei der Yburg, das Geldgeber f\u00fcr die Remstalgartenschau werben soll, sei jetzt pl\u00f6tzlich Eile angesagt. Ausgaben in dieser Gr\u00f6\u00dfe lie\u00dfen sich nicht \u201eso nebenher\u201c beschlie\u00dfen. Sie, M\u00f6hrle, h\u00e4tte es schon gern etwas genauer bei der Kostenkalkulation. \u201eWir haben n\u00e4mlich auch Pflichtaufgaben, die in n\u00e4chster Zeit kommen.\u201c Volker Borck (CDU) widersprach: \u201eF\u00fcr uns ist die Yburg keine Freiwilligkeitsleistung, sondern ein Wahrzeichen. F\u00fcr uns ist es eine Pflichtaufgabe.\u201c Andreas Stiene (OGL) stimmte ihm zu: Die Sicherung von Kulturdenkm\u00e4lern sei eine kommunale Pflichtaufgabe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 22.06.2016 \/ Text: Hans-Joachim Schechinger<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht nur aus denkmalsch\u00fctzerischer Sicht sind die 330 000 Euro, die Kernen au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig investieren muss, gut angelegt Schalenbildung, Risse, Ausbr\u00fcche, br\u00f6ckelnde Bruchsteine: Was der erfahrene Restaurator Albert Kieferle bei der Untersuchung der Sandsteinmauern der Yburg sehen musste, hat ihn erschreckt. 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