{"id":4389,"date":"2016-03-20T21:00:32","date_gmt":"2016-03-20T20:00:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=4389"},"modified":"2016-03-23T11:15:50","modified_gmt":"2016-03-23T10:15:50","slug":"klares-ja-zum-skywalk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2016\/03\/klares-ja-zum-skywalk\/","title":{"rendered":"Klares Ja zum Skywalk"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gemeinderat beschlie\u00dft den Bau des Stegs Naturdenkmal Sieben Linden. Alternativen verwirft er<\/strong><\/p>\n<p>Die umstrittene Aussichtsplattform, auch Skywalk oder Himmelsleiter genannt, wird gebaut. Der Gemeinderat Kernen hat sich in seiner Sitzung am Donnerstagabend mit einer Mehrheit von 15 zu sechs Stimmen bei einer Enthaltung f\u00fcr den 18 Meter langen Steg in einer filigranen Leichtbauweise aus dem B\u00fcro Schlaich, Bergermann und Partner entschieden. <!--more--><\/p>\n<p>In der von etwa 100 Menschen besuchten Sitzung im B\u00fcrgerhaus Stetten ist der Beschluss von vereinzeltem Beifall begr\u00fc\u00dft worden, nachdem zuvor vor allem die Redebeitr\u00e4ge der Gegner mit kr\u00e4ftigem Applaus bedacht wurden. Im Gemeinderat \u00e4u\u00dferst ungew\u00f6hnliche Bravo-Rufe erntete der Vertreter der Offenen Gr\u00fcnen Liste (OGL), Christof Leibbrand, f\u00fcr seinen Antrag, den Beschluss um den Steg einem B\u00fcrgerentscheid zu unterwerfen. Die dazu n\u00f6tige Zwei-Drittel-Mehrheit, das w\u00e4ren 16 Stimmen gewesen, verfehlte der Antrag allerdings klar bei f\u00fcnf Ja- und 14-Neinstimmen. Drei R\u00e4te enthielten sich.<\/p>\n<p>Bei der Vorstellung des Projekts hatte zuvor der Kernener Bauamtsleiter und Beigeordnete Horst Schaal auf die geplante Lage hingewiesen, die f\u00fcr das Abstimmungsverhalten der Gemeinder\u00e4te eine gro\u00dfe Bedeutung hatte. Der Steg entsteht auf der Nordseite, also da, wo er eine steil abfallende Hangkante \u00fcberragt und die Besucher \u2013 das sind Wanderer \u2013 \u00fcber den Wipfeln der darunter liegenden B\u00fcsche und kleinen B\u00e4ume stehen. Er ist an der Hangkante so schmal, dass er zwischen zwei jungen B\u00e4umen durchpasst und den weitreichenden Blick in Richtung Weinstadt und das sich an dieser Stelle \u00f6ffnende Remstal erm\u00f6glicht. Diese Sicht ist durch den sch\u00fctzenswerten Baumbewuchs des Naturdenkmals im Sommer verwehrt. Der Blick auf das Dorf Stetten von den beiden bestehenden B\u00e4nken aus, also auf der Nordwestseite, bleibt unver\u00e4ndert und ben\u00f6tigt eine solche Plattform nicht. Ebenso unver\u00e4ndert bleibt die artenreiche trockenwarme S\u00fcdwestseite mit Felsb\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Nach der bisherigen Sch\u00e4tzung kostet der Steg zwischen 150 000 und 200 000 Euro, weswegen die SPD-Gemeinder\u00e4tin Ingrid M\u00f6hrle unter Verweis auf wichtige soziale Aufgaben der Gemeinde die Investition ablehnte. Der UFW-Fraktionsvorsitzende Hans Dietzel erkl\u00e4rte sich f\u00fcr hin- und hergerissen, stimmte aber zu. In der Sitzung wies der CDU-Gemeinderat Volker Borck darauf hin, dass sechs Unternehmer aus dem Ort ihre Bereitschaft erkl\u00e4rt h\u00e4tten, ihre Arbeit kostenlos einzubringen, so dass nur die Materialkosten von der Gemeinde zu tragen sind. Er stellte den Antrag, nur 100 000 Euro bereitzustellen und die Kosten in dieser H\u00f6he zu deckeln. Nach Ansicht des Bauamtsleiters Schaal ist dies realistisch. Der Antrag erhielt eine Mehrheit von 16 zu vier Stimmen bei einer Enthaltung.<\/p>\n<p>Alle von B\u00fcrgern vorgeschlagenen Alternativen, um den Landschaftsbaustein \u201eSieben Linden\u201c zu schonen, sind durch den Beschluss verworfen worden. Den Gemeinder\u00e4ten lagen ausf\u00fchrliche Unterlagen \u00fcber alle Vorschl\u00e4ge vor. Darunter sind der \u201eDichterblick\u201c oder die Hoffmannsh\u00f6he. Nach Meinung von Bauamtsleiter Schaal gibt es dort auch sch\u00f6ne Aussichten, aber nicht den \u201espezifischen Ort\u201c, f\u00fcr den der Steg geschaffen worden ist. \u201eWir wollen eine erwanderbare Gartenschau. Zum Wegesystem geh\u00f6rt auch der Remstal-H\u00f6henweg. Rastpunkte wollen wir aufwerten\u201c, begr\u00fcndete Horst Schaal, warum drei Remstalblicke geschaffen werden. Unter anderem wird das Umfeld der Y-Burg und der Harthau aufgewertet.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><br \/>\nJ\u00f6rg Schlaich Das B\u00fcro Schlaich, Bergermann und Partner ist einst vom in Stetten geborenen, mittlerweile international bekannten Bauingenieur J\u00f6rg Schlaich gegr\u00fcndet worden. Dieser lebt jetzt im Ruhestand in Berlin. Der Aussichtssteg soll nicht nur eine Attraktion f\u00fcr die Remstal Gartenschau 2019 werden, er gilt auch als eine Hommage an den gro\u00dfen Sohn der Gemeinde Kernen.<\/p>\n<p><strong>Naturdenkmal<\/strong><br \/>\nDie Landschaftsmarke Sieben Linden ist vor allem auf der S\u00fcdwestseite ein Refugium f\u00fcr seltene Tiere, w\u00e4hrend sie im \u00fcbrigen \u00f6kologisch nicht herausragt. Auf der trockenwarmen S\u00fcdwestseite mit ihren Felsb\u00e4ndern lebt eine stattliche Bev\u00f6lkerung von Zauneidechsen, eine selten gewordene Art. Der Gutachter J\u00fcrgen Stotz empfiehlt, dort einige nicht standortgem\u00e4\u00dfe oder das Biotop st\u00f6rende Pflanzen wie den Sanddorn zu entfernen, damit dieser Lebensraum auf Dauer erhalten bleibt.<\/p>\n<p><strong>Hindernisse<br \/>\n<\/strong>F\u00fcr die Aussichtsplattform ist ein Bauantrag zu stellen. Auch eine naturschutzrechtliche Genehmigung durch das Landratsamt, der unteren Naturschutzbeh\u00f6rde, ist erforderlich, weil die Fl\u00e4che sowohl als Naturdenkmal vor Ver\u00e4nderungen gesch\u00fctzt ist, als auch im Landschaftsschutzgebiet liegt, wo das Bauen erschwert ist. Wegen der minimalistischen Bauweise und der Standortwahl auf der Nordseite rechnet sich die Gemeindeverwaltung Chancen auf eine Genehmigung aus, wenn sie f\u00fcr einen \u00f6kologischen Ausgleich sorgt. Der Gutachter J\u00fcrgen Stotz kommt zum Ergebnis, dass die Beeintr\u00e4chtigung der Schutzg\u00fcter Boden, Wasser und Pflanzen sehr gering sei, die Beeintr\u00e4chtigung des Klimas und der Luft unbedeutend. Tiere seien nur in geringem Ma\u00dfe betroffen. Die Beeintr\u00e4chtigung der Landschaft sieht er im Nahbereich als mittel, im Mittelbereich als gering an.<\/p>\n<p><em>Quelle: Fellbacher Zeitung vom 19.03.2016 \/ Text: \u00a0Hans-Dieter Wolz<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinderat beschlie\u00dft den Bau des Stegs Naturdenkmal Sieben Linden. Alternativen verwirft er Die umstrittene Aussichtsplattform, auch Skywalk oder Himmelsleiter genannt, wird gebaut. 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