{"id":4387,"date":"2016-03-20T20:59:10","date_gmt":"2016-03-20T19:59:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=4387"},"modified":"2016-03-23T11:15:41","modified_gmt":"2016-03-23T10:15:41","slug":"breite-mehrheit-fuer-den-skywalk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2016\/03\/breite-mehrheit-fuer-den-skywalk\/","title":{"rendered":"Breite Mehrheit f\u00fcr den Skywalk"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kernener Gemeinderat beschlie\u00dft den Bau der Aussichtsplattform, fordert aber eine Kostendeckelung bei 100 000 Euro<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2028Die Aussichtsplattform Sieben Linden ist beschlossene Sache. Vor zahlreichen Zuh\u00f6rern sagten nach eingehender Beratung 15 Gemeinder\u00e4te Ja zum Skywalk. Die OGL-Fraktion, SPD-Gemeinder\u00e4tin Ingrid M\u00f6hrle und Ebbe K\u00f6gel (PFB) stimmten gegen das Projekt. Ratsmitglied Ernst Maile (UFW) enthielt sich der Stimme. Die breite Zustimmung zu Volker Borcks Antrag, die Kosten f\u00fcr den Steg bei 100 000 Euro zu deckeln, war die Vorentscheidung. \u2028\u2028<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit 2014 streiten die Kernener Gemeinder\u00e4te vor dem Hintergrund des interkommunalen Projekts Remstalblicke \u00fcber den Skywalk. Die Sieben Linden, hoch \u00fcber Stetten, besitzen doppelten Schutzstatus: als Naturdenkmal wie auch als fl\u00e4chenhaftes Biotop. F\u00fcr die Aussichtsplattform br\u00e4uchte es also eine naturschutzrechtlich Genehmigung. Das Pro und Kontra der Gegner und Bef\u00fcrworter ist l\u00e4ngst ausgetauscht, doch lieferte die Debatte am Donnerstagabend noch ein paar interessante Zusatzinformationen. J\u00fcrgen Stotz vom Schorndorfer B\u00fcro \u201eLandschafts\u00f6kologie + Planung\u201c hatte auf Wunsch des Rathauses eine tabellarische Aufstellung der naturschutzrechtlichen Beeintr\u00e4chtigungen vorbereitet, die im Ergebnis \u2013 mit Ausnahme des landschaftlichen Erscheinungsbildes \u2013 f\u00fcr die Schutzg\u00fcter Boden, Wasser, Klima\/Luft, Pflanzen und Tiere nur gering bis unbedeutend ausfielen. Im Nahbereich beurteilt Stotz das filigrane Stahlbauwerk f\u00fcr das Landschaftsbild aber als eine \u201emittelstarke\u201c Verschlechterung. Biologe Peter Endl, der das Ergebnis seiner artenschutzrechtlichen Pr\u00fcfung vorlegte, gab gleichfalls Entwarnung: \u201eWenn die Planung so verl\u00e4uft wie vorgesehen, ist der Eingriff aus artenschutzrechtlicher Sicht nicht erheblich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beigeordneter Horst Schaal betonte noch einmal den Unterschied der Blickbeziehungen, die ein Betrachter von den bestehenden zwei B\u00e4nken auf den Sieben Linden einerseits, von dem geplanten, \u00fcber die steil abbrechende Hangkante auskragenden Steg andererseits hat. Letzterer erlaube, allerdings wegen des dichten Bewuchses nur im Winterhalbjahr, einen Panoramablick nach Norden auf die nachbarlichen Gemarkungen Korb und Weinstadt. \u201eEs werden keine B\u00e4ume fallen\u201c, beschwichtigte Planer Prof. Peter Cheret die Gem\u00fcter und versprach beim Blick von der Plattform \u201eein Naturerlebnis\u201c. Cheret versicherte auch, das Projekt sei \u201enicht das Ergebnis einer sorglosen Dienstleistung. Wir wollen keinen Schaden anrichten. Es ist im Gegenteil ein Thema, das, wenn wir es realisieren, viele Kritiker f\u00fcr sich einnehmen wird.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">CDU-Gemeinderat Volker Borck teilt diese Ansicht. Er gab zu bedenken, \u201edass die Sieben Linden so naturbelassen nicht sind, wie viele Leute urteilen. Der Eingriff ist minimal.\u201c Sechs Unternehmer im Ort w\u00fcrden sich gerne einbringen, um die Kosten zu reduzieren, so dass Kernen den auf urspr\u00fcnglich gesch\u00e4tzt 150 000 bis 200 000 Euro teuren Steg zum g\u00fcnstigeren Materialpreis bek\u00e4me. Borck beantragte, die Bausumme \u201eauf 100 000 Euro zu deckeln, weil wir glauben, dass wir mit unserem Engagement mit diesem Preis hinkommen.\u201c Das Gesuch wurde angenommen. Christof Leibbrands (OGL) Antrag, das Vorhaben nach Paragraf 21 Gemeindeordnung per B\u00fcrgerentscheid den Kernenern vorzulegen, fiel indes bei 14 Nein-Stimmen durch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ingrid M\u00f6hrle: Sozialer Wohnungsbau ist wichtiger<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2028Die Rommelshausener SPD-Gemeinder\u00e4tin Ingrid M\u00f6hrle lehnt den Skywalk ab. In ihrem Statement kritisierte sie die Event-Mentalit\u00e4t, die als Idee des Orts- und Gartenschaumarketings hinter der Plattform am Remstalh\u00f6henweg stehe. \u201eKernen kann hier nat\u00fcrlich nicht zur\u00fcckstehen: gr\u00f6\u00dfer, h\u00f6her, weiter muss es sein.\u201c Zweifellos sei das technische Meisterwerk eine Attraktion. Aber \u201eunserem sch\u00f6nen, idyllischen Ortsteil Stetten mit seinem charakteristischen Flair w\u00fcrde ich diesen Aussichtssteg und den zu erwartenden Ansturm gerne ersparen.\u201c Bereits jetzt klagten die Stettener \u00fcber Spuren und Hinterlassenschaften nach einem Wochenende rund um die Y-Burg. Die Sozialdemokratin bekannte: \u201eAngesichts der dr\u00e4ngenden Kernaufgaben wie sozialer Wohnungsbau ist es mir unm\u00f6glich, diesem Projekt zuzustimmen.\u201c In ihrer eigenen Fraktion stand sie mit diesem Argument allein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2028\u2028In dieselbe Kerbe hieb OGL-Fraktionssprecher Andreas Stiene. Immer sei die Rede von Besucherlenkung und gestalterischer Aufwertung. \u201eWir sehen es aber nicht so, dass es eine gestalterische Aufwertung braucht.\u201c In den 90er Jahren seien die Sieben Linden Naturdenkmal geworden. Ein Naturdenkmal ben\u00f6tige aber ebenso wenig einen Geschmacksverst\u00e4rker wie Berge mit ihren Aussichtspunkten. \u201eJeder, der den Ort aufsucht, sp\u00fcrt das Besondere des Ortes.\u201c M\u00f6blierung bewerte er kritisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besser als dieses, in der minimalistischen Tradition J\u00f6rg Schlaichs stehende, elegante technische Meisterwerk an der falschen Stelle f\u00e4nde Andreas Stiene, das B\u00fcro \u201eSchlaich Bergermann Partner\u201c mit der \u00dcberdachung der Kalthalle des TV Stetten zu beauftragen und damit \u201eein innovatives Zeichen zu setzen.\u201c Denn schon zwei Mal habe Kernen Projekte des weltweit agierenden Ingenieurb\u00fcros \u201everbockt\u201c: An J\u00f6rg Schlaichs Stettener Br\u00fcckenbauwerk habe die Gemeinde das Finish verhindert. Die \u00dcberdachung der Zuschauerr\u00e4nge im St. Rambert-Stadion sei vom Gemeinderat abgelehnt worden wegen der Kosten von 200 000 Euro. \u201eDas w\u00e4ren beides Projekte gewesen, die ich sinnvoll gefunden h\u00e4tte.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Minimale Eingriffe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2028Die beschlossene Stahlkonstruktion wird laut Rathaus die unvermeidlichen Eingriffe auf ein Minimum reduzieren. Lediglich leichtes Bauger\u00e4t k\u00e4me zu Einsatz. Einzig das Buschwerk m\u00fcsste zur\u00fcckgenommen werden. Der Steg soll etwa 18 Meter lang werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 19.03.2016 \/ Text: Hans-Joachim Schechinger<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kernener Gemeinderat beschlie\u00dft den Bau der Aussichtsplattform, fordert aber eine Kostendeckelung bei 100 000 Euro \u2028Die Aussichtsplattform Sieben Linden ist beschlossene Sache. 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