{"id":4154,"date":"2015-08-22T22:01:56","date_gmt":"2015-08-22T21:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=4154"},"modified":"2015-09-02T22:03:34","modified_gmt":"2015-09-02T21:03:34","slug":"wir-teilen-die-euphorie-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2015\/08\/wir-teilen-die-euphorie-nicht\/","title":{"rendered":"\u201eWir teilen die Euphorie nicht\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-36\" style=\"margin-left: 0px; margin-right: 10px;\" title=\"Waiblinger Kreiszeitung\" src=\"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/waiblingerzeitung.gif\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"22\" \/>vom 22.08.2015<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Kernener CDU-Fraktionschef Wersch hofft auf einen Erfolg des Remstalwerks, aber es sei Vertrauen verspielt worden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach z\u00e4hen Verhandlungen mit der EnBW soll das Stromnetz zum 1. Januar 2016 vom Remstalwerk \u00fcbernommen werden. Dieser Stichtag ist jedoch noch fraglich. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Gabriele Laxander hofft, dass der schw\u00e4chelnde Verkauf der Stromvertr\u00e4ge von der \u00dcbernahme profitiert. Bei der Abstimmung \u00fcber den R\u00fcckkauf enthielten sich im Kernener Gemeinderat CDU-Fraktionschef Andreas Wersch und sein Ratskollege Benjamin Treiber (CDU) der Stimme. Wersch erkl\u00e4rt uns in einem Interview, warum.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Herr Wersch, Sie und Herr Treiber hatten sich nach langer nicht\u00f6ffentlicher Debatte im Gemeinderat bei der Abstimmung \u00fcber den Netzr\u00fcckkauf der Stimme enthalten. Wo liegen Ihre Bedenken?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der gro\u00dfen Euphorie und Aufbruchsstimmung ist bei vielen Kollegen inzwischen Ern\u00fcchterung eingekehrt. Das bedeutet nicht, dass wir unseren Entschluss jetzt infrage stellen. Es war im Grundsatz eine richtige Entscheidung, die Stromversorgung und irgendwann auch die Gasversorgung als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge in die eigene Hand zu nehmen. Aber nach dem Ausstieg Weinstadts, die sich f\u00fcr ein anderes Modell entscheiden haben, kommen doch erste Zweifel, ob es nicht andere, vielleicht risikolosere Alternativen gegeben h\u00e4tte. Wir vertrauen auf unsere Partnerstadtwerke Fellbach und Schorndorf und insbesondere auf die Erfahrungen des Albwerks, die uns zur Seite stehen. Manches wirkt im Moment noch etwas unbeholfen, aber wir sind ja auch neu im Stromgesch\u00e4ft. Nach au\u00dfen w\u00e4re es kein gutes Signal gewesen, wenn Gemeinder\u00e4te jetzt gegen den Netzkauf gestimmt h\u00e4tten. Klar ist: Nur als Netzbetreiber macht das Remstalwerk als Unternehmen Sinn. Unsere Enthaltung war Signal daf\u00fcr, dass wir mit der Diskussion unzufrieden sind und die Euphorie nicht teilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Remstalwerk hat die erwartete Zahl von rund 4000 Stromkunden noch l\u00e4ngst nicht. Kann aus Ihrer Sicht der Netzerwerb mit seinem Vor-Ort-Service die Attraktivit\u00e4t des Stromanbieters Remstalwerk verbessern wie das die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Gabriele Laxander glaubt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mag sein, dass es noch einen Schub gibt, wenn wir endlich das Stromnetz gekauft haben. Das Werbeargument \u201eStrom von der eigenen Gemeinde\u201c zu kaufen, zieht bislang nur bedingt. Schlussendlich sind die Verbraucher ja nicht dumm: Strom wird dort gekauft, wo er am g\u00fcnstigsten ist, nicht aus Lokalpatriotismus beim Remstalwerk. Erst wenn wir auch das Netz in unserem Besitz haben, kann damit Geld verdient werden. Ehrlicherweise muss man sagen, dass das Geld mit den Konzessionen und dem Netzbetrieb verdient wird, weniger mit dem Strom selbst. Man muss vielleicht noch deutlicher herausstellen, dass der Ertrag aus dem Remstalwerk uns direkt vor Ort zugutekommt und in kommunale Projekte investiert werden kann \u2013 und nicht an Aktion\u00e4re oder an das Land flie\u00dft. Aber ohne Netz sind wir eben auch nur ein Stromanbieter unter vielen. Und zum Vor-Ort-Service: Der h\u00e4ngt davon ab, ob es uns gelingt, gute Leute zu bekommen. Wenn uns das Netz geh\u00f6rt, sind wir auch daf\u00fcr verantwortlich, dass es reibungslos funktioniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fcr den Netzkauf schie\u00dft Kernen rund 1,1 Millionen in den Kapitalstock nach. Lohnt sich diese Investition?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Summe wiegt nat\u00fcrlich im Moment schwer. Gleichzeitig bleiben nach dem Netzerwerb die j\u00e4hrlichen Konzessionsabgaben des seitherigen Betreibers aus \u2013 die m\u00fcssen wir aber erst erwirtschaften. Das sind allein 350 000 Euro im Jahr, wenn ich mich richtig erinnere. Wenn unsere Berater recht haben, lohnt sich das auf l\u00e4ngere Sicht tats\u00e4chlich. Auch in anderen Bereichen lassen sich steuerlich noch Synergien erzielen. Aber das \u201eDollarzeichen\u201c, das manche Gemeinder\u00e4te und B\u00fcrgermeister in den Augen hatten, ist inzwischen kleiner geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aufsichtsratsvorsitzender Altenberger setzt auf die Netzentgelte als Geldquelle, wenn das Netz dem Unternehmen erst mal geh\u00f6rt. Wird diese Rechnung nach Ihrer Meinung aufgehen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie bereits vorhin gesagt: 350 000 Euro pro Jahr m\u00fcssen wir erst einmal erwirtschaften, um auf den gleichen Stand zu kommen wie bisher mit der Konzession. Unser Ertrag als Netzbetreiber h\u00e4ngt wesentlich von der Bundesnetzagentur ab, die legt das tats\u00e4chliche Netzentgelt fest. Im Gegensatz zu unserer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin und zum Aufsichtsratsvorsitzenden habe ich wegen der H\u00f6he der Rendite schon etwas Bauchweh. Zumal andere Kommunen wie Weinstadt, die sich f\u00fcr ein Pachtmodell entschieden haben, l\u00e4ngst Geld in ihren Kassen haben. Auf das warten wir bislang noch geduldig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W\u00e4re ein Pachtmodell aus Sicht der CDU also sinnvoller gewesen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir hatten da kein einheitliches Meinungsbild in der Fraktion. Mir pers\u00f6nlich und einigen Kollegen w\u00e4re ein Pachtmodell z.B. mit der EnBW zu deutlich verbesserten Bedingungen lieber gewesen, daraus mache ich keinen Hehl. Damit w\u00e4re das unternehmerische Risiko nicht bei der Gemeinde und wir h\u00e4tten bei den Einnahmen verl\u00e4ssliche Planungsgr\u00f6\u00dfen. Weinstadt hat sich so entschieden und f\u00e4hrt damit wohl nicht schlecht, h\u00f6rt man. Aber wer wei\u00df \u2013 wenn sich die Prognosen so entwickeln, wie unsere Berater meinen, dann hat am Ende der Kernener Gemeinderat mit seiner mutigen Entscheidung alles richtig gemacht. Bis dahin braucht es Geduld, ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Glauben Sie noch daran, dass es zu einer \u00dcbernahme des Netzes von der EnBW zum 1. Januar 2016 kommt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, der Termin am 1. Januar 2016 ist meines Erachtens vom Tisch. Es l\u00e4uft nun alles auf den 1. Januar 2017 raus, und allein das kostet uns viel Geld. Das haben unsere Berater und die Gesch\u00e4ftsleitung aber schon geahnt, als man die Gemeinder\u00e4te noch glauben lie\u00df, eine Netz\u00fcbernahme ab 2016 w\u00e4re m\u00f6glich. Erst auf meine Nachfrage hin wurde einger\u00e4umt, dass es Probleme gibt. Das werfe ich den Verantwortlichen vor, hier haben sie nicht nur bei mir Vertrauen verspielt. Der Fairness halber muss man aber sagen: Es liegt nicht am Remstalwerk, wenn der Deal nun 2016 nicht zustande kommt, sondern an den Verhandlungspartnern auf der anderen Seite des Tisches.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was die Gesch\u00e4ftszahlen des Remstalwerks betrifft, wird allgemein die Intransparenz beklagt. F\u00fchlen Sie sich als Gemeinderat ausreichend informiert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann B\u00fcrgermeister Stefan Altenberger bestimmt nicht vorwerfen, dass er seinen Gemeinderat nicht regelm\u00e4\u00dfig und ausf\u00fchrlich informiert h\u00e4tte. Sicher war das eine oder andere vorgefiltert, unterstelle ich mal. Manches hat man erst auf Nachfrage erfahren, und die eine oder andere wichtige Information drang zuerst aus \u201eanderen Netzwerken\u201c zu uns. Die eigentliche Frage ist, ob wir ehrenamtlichen Gemeinder\u00e4te als Laien diese F\u00fclle an Informationen auch richtig bewerten k\u00f6nnen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Da muss man sich schon ein St\u00fcck weit auf die Kompetenz und Ehrlichkeit der Berater verlassen. Schlie\u00dflich geht es um sehr viel Geld \u2013 es ist das Geld des Steuerzahlers. Am Ende des Tages z\u00e4hlt, was in der Kasse ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 22.08.2015 \/ Text: Hans-Joachim Schechinger<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wersch-Andreas.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4157\" src=\"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wersch-Andreas.jpg\" alt=\"Wersch-Andreas\" width=\"298\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wersch-Andreas.jpg 298w, https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Wersch-Andreas-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><br \/>\n<\/a><em>Andreas Wersch, CDU-Fraktionschef:<br \/>\n\u201eDie Dollarzeichen in den Augen sind kleiner geworden\u201c.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>vom 22.08.2015 Der Kernener CDU-Fraktionschef Wersch hofft auf einen Erfolg des Remstalwerks, aber es sei Vertrauen verspielt worden Nach z\u00e4hen Verhandlungen mit der EnBW soll das Stromnetz zum 1. 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