{"id":3769,"date":"2014-10-19T20:18:05","date_gmt":"2014-10-19T19:18:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=3769"},"modified":"2014-10-20T20:26:08","modified_gmt":"2014-10-20T19:26:08","slug":"bodenschutz-vom-helikopter-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2014\/10\/bodenschutz-vom-helikopter-aus\/","title":{"rendered":"Bodenschutz vom Helikopter aus"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-31 alignleft\" style=\"margin: 0px 10px 0px 0px;\" title=\"Fellbacher-Zeitung\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/fellbacher-zeitung.gif\" width=\"100\" height=\"19\" \/><\/strong>vom 18.10.2014.2014<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Gemeinderat beschlie\u00dft, den Wald kalken zu lassen, um die sauren B\u00f6den zu neutralisieren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andreas Wersch, der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kernener Gemeinderat, erinnert sich noch: In den 80-er Jahren muss es gewesen sein, als auf dem H\u00f6hepunkt der Sorge ums Baumsterben der Kernener Wald erstmals gekalkt worden ist. Leider hat sich damals im Kampf gegen den sauren Boden, entstanden durch Luftschadstoffe aus Verkehr und Heizung, niemand um eine Dokumentation gek\u00fcmmert. Ob es was genutzt hat, ist nicht bekannt. Jetzt soll im Auftrag von F\u00f6rster Stefan Baranek dennoch erneut der Hubschrauber fliegen, um ein kalkhaltiges Granulat auszubringen und zu verteilen. Gr\u00f6\u00dfere Bel\u00e4stigungen sind nicht zu erwarten: Es ist feucht, staubt also nicht.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kernener F\u00f6rster ist nicht aus seiner Zeit gefallen, und auch das Land Baden-W\u00fcrttemberg nicht, das die Bodenkalkung gro\u00dffl\u00e4chig vorantreibt. Nicht allein das Baumsterben steht in unserer Zeit im Vordergrund, obwohl der zu saure Boden viele Mikroorganismen ebenso wie Gro\u00dfpflanzen sch\u00e4digt. Ein naturnaher Zustand des Waldes soll durch die Bodenschutzkalkung wieder hergestellt werden. Die Experten bef\u00fcrchten aber auch, dass ohne diesen Eingriff langfristig das Grundwasser verunreinigt wird. Millimeter um Millimeter sinken die S\u00e4uren im Waldboden Jahr um Jahr ab. Wenn sie aber den felsigen Untergrund erreichen, k\u00f6nnten sie dort Aluminium oder Schwermetalle aus dem Gestein herausl\u00f6sen, und die entstehenden Salze k\u00f6nnten ins Grundwasser geraten. Das soll der Kalk verhindern, der die S\u00e4uren neutralisiert. &#8218;Der PH-Wert, sonst bei 6,5 oder 7 gelegen, also im neutralen Bereich, ist auf 3,2 abgesackt&#8216;, erl\u00e4utert Stefan Baranek.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die alten Fehler wird er aber nicht nachmachen. Durch Probenentnahmen wird, bevor der Hubschrauber in den Jahren 2016 und 2017 tats\u00e4chlich fliegt, festgestellt, in welchem Zustand die B\u00f6den im jeweiligen Waldrevier sind und was sie genau ben\u00f6tigen. Ebenso werden die sp\u00e4teren Erfolge dokumentiert. Vielleicht wird sich durch die Bodenproben im einstigen Kalkungsgebiet sogar zeigen, ob die Aktion in den 80-ern \u00fcberhaupt etwas gen\u00fctzt hat &#8211; eine Frage, die B\u00fcrgermeister Stefan Altenberger brennend interessiert, bevor er die erforderlichen 80 000 Euro f\u00fcr die neuerliche Neutralisierung der S\u00e4uren im Boden ausgibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Nebenwirkungen fragten die Gemeinder\u00e4te in ihrer Sitzung am Donnerstag ihren Forstmann Stefan Baranek: Er h\u00e4lt sie f\u00fcr beherrschbar. &#8218;Die Risiken der Waldkalkung wie eine kurzfristige Verflachung des Feinwurzelsystems oder eines Nitratschubs durch erh\u00f6hten Abbau organischer Substanzen seien mit Hilfe moderater Kalkungsmengen minimierbar&#8216;, hei\u00dft es auch in einer Vorlage an den Gemeinderat. Die Kalkpartikel im Granulat sind im Gesteinsmaterial gebunden und werden nur langsam \u00fcber einen Zeitraum von einem Jahrzehnt freigesetzt, erl\u00e4uterte Baranek die von ihm bef\u00fcrwortete &#8218;regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung&#8216;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Betriebsplanung 2015 f\u00fcr den Gemeindewald<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einschlag Weil F\u00f6rster Stefan Baranek in den vergangenen Jahren eher mehr Holz eingeschlagen hat als geplant, wird er k\u00fcnftig unter dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt bleiben und damit unter 2000 Festmetern. Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter fester Holzmasse. Haupts\u00e4chlich soll im Gebiet Sandacker gef\u00e4llt werden. Kulturplan Zus\u00e4tzlich zu der in Kernen \u00fcblichen Naturverj\u00fcngung will F\u00f6rster Baranek 400 Douglasien, 300 Stieleichen und 100 Maronen neu pflanzen. Damit bevorzugt er B\u00e4ume, die dem absehbaren Klimawandel trotzen. F\u00fcr die Fichte gilt das nicht: &#8218;Die Fichte hat keinen weiteren Platz hier&#8216;, sagt der F\u00f6rster. Den Douglasien dagegen, vor der letzten Eiszeit in Europa heimisch, wird zugetraut, ein w\u00e4rmeres Klima zu vertragen, ebenso den Eichen. Diese k\u00f6nnten wegen Verbiss durch Waldtiere und fehlendes Licht nicht auf nat\u00fcrliche Weise nachwachsen. Maronen werden nur entlang der Hauptwege gepflanzt. Sie sollen sp\u00e4tere Generationen von sammelw\u00fctigen Erholungssuchenden mit ihren wohlschmeckenden gekochten oder ger\u00f6steten Fr\u00fcchten erfreuen. Waldrefugien Sechs Hektar Fl\u00e4che rund um den Eichensee und in der Steudlesklinge sollen k\u00fcnftig sich selbst \u00fcberlassen bleiben. Waldrefugien dienen dem Schutz totholzgebundener Arten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Fellbacher Zeitung vom 18.10.2014 \/ Text: Hans-Dieter Wolz<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>vom 18.10.2014.2014 Der Gemeinderat beschlie\u00dft, den Wald kalken zu lassen, um die sauren B\u00f6den zu neutralisieren Andreas Wersch, der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kernener Gemeinderat, erinnert sich noch: In den 80-er Jahren muss es gewesen sein, als auf dem H\u00f6hepunkt der Sorge ums Baumsterben der Kernener Wald erstmals gekalkt worden ist. 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