{"id":2024,"date":"2012-03-29T07:52:09","date_gmt":"2012-03-29T06:52:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=2024"},"modified":"2012-04-17T07:54:21","modified_gmt":"2012-04-17T06:54:21","slug":"gedenktafel-fur-zwangsarbeiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2012\/03\/gedenktafel-fur-zwangsarbeiter\/","title":{"rendered":"Gedenktafel f\u00fcr Zwangsarbeiter?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-36\" style=\"margin-left: 0px; margin-right: 10px;\" title=\"Waiblinger Kreiszeitung\" src=\"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/waiblingerzeitung.gif\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"22\" \/>vom 28.03.2012<\/p>\n<p><strong>Der Stettener Ebbe K\u00f6gel regt eine Tafel an der Glockenkelter an \/ Wersch will anderen Ort<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Stettener Ebbe K\u00f6gel will die bevorstehende Einweihung der Glockenkelter als Gelegenheit nutzen, jener Menschen zu gedenken, die w\u00e4hrend der NS-Diktatur in Kernen Zwangsarbeit leisten mussten. Sein Vorschlag: eine Gedenktafel an dem sanierten Geb\u00e4ude, in dem unter den Nazis etwa 50 Personen untergebracht waren. Schultes Altenberger will das Thema erst mal im Gemeinderat er\u00f6rtern.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Antrag des Allmende-Vorsitzenden Ebbe K\u00f6gel bedarf laut Schultes Altenberger eingehender Beratung. Am 21. April wird die sanierte Glockenkelter feierlich eingeweiht werden. In dem Kulturdenkmal gibt es bereits eine Gedenktafel, die an die hier einquartierten circa 50 Personen erinnert. Teilweise waren es ganze Familien aus den damaligen Sowjetrepubliken, vorwiegend aus dem Baltikum, die laut K\u00f6gel in den Stuttgarter Krankenh\u00e4usern im Schloss arbeiten mussten. Stefan Altenberger sagte gestern, \u201ewenn wir eine Tafel anbringen, m\u00fcssen wir genau \u00fcberlegen, was wir draufschreiben. Das muss stimmig sein.\u201c Mit dem Gemeinderat w\u00fcrde er auch gerne dar\u00fcber diskutieren, \u201eob \u00fcberhaupt eine Tafel ran muss oder nicht, denn es gab ja 2004 schon eine eingehende Aufbereitung des Themas\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die in Kernen untergebrachten Zwangsarbeiter waren nicht nur in der Glockenkelter einquartiert. Die in der Landwirtschaft eingesetzten Fremdarbeiter lebten laut K\u00f6gel in Familien, die kriegsgefangenen Franzosen im ehemaligen Gasthaus \u201eL\u00f6wen\u201c, die Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter der Firma R\u00fcsch in den Ziegelwerken beim Bahnhof Waiblingen. \u201eAlle unter erb\u00e4rmlichen Zust\u00e4nden\u201c, wie K\u00f6gel betont. Seiner Ansicht nach w\u00e4re es an der Zeit, auch bei der Firma R\u00fcsch \u2013 heute Teleflex \u2013 in Rom eine Erinnerungstafel anzubringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">K\u00f6gel will nun die anstehende Einweihung als Gelegenheit nutzen, \u201ean der Glockenkelter eine Gedenktafel f\u00fcr diese ZwangsarbeiterInnen und ihren Beitrag zur Stettener Wirtschafts- und Weinbaugeschichte anzubringen. Dies w\u00e4re auch eine sp\u00e4te W\u00fcrdigung ihrer Opfer und Leiden und ein Beitrag zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung.\u201c Zur Einweihung der Plakette sollten, so schreibt er, soweit m\u00f6glich Nachkommen der Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen eingeladen werden. Von den Franzosen seien ja schon Nachkommen gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Stalin schickte sie in die Gulags<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eVielleicht w\u00e4re es auch noch mal sinnvoll, Nachforschungen nach den Ukrainerinnen der Glockenkelter anzustellen\u201c, schreibt K\u00f6gel. \u201eEinige haben ja holl\u00e4ndische Zwangsarbeiter geheiratet und sind nach S\u00fcdamerika ausgewandert \u2013 da gibt es vielleicht noch Nachkommen. Die anderen hatten ein furchtbares Schicksal, da sie nach ihrer Zwangsr\u00fcckkehr in die Sowjetunion von Stalin als ,Vaterlandsverr\u00e4ter\u2019 in die sibirischen Gulags geschickt wurden.\u201c Bei den Namen setzt Altenberger ein Fragezeichen. Wenn \u00fcberhaupt eine Tafel, sei doch die Frage, ob der Text allgemein an die Zwangsrekrutierten erinnern oder ob er detailliert Namen auflisten solle, \u201edenn das, was draufsteht, muss belegbar sein\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">CDU-Fraktionschef Andreas Wersch sagte gestern, \u201ewir waren uns im Gremium einig: Das Ansinnen ist richtig, aber der Ort ist der falsche. Mit dem Text im Innenbereich der Glockenkelter wird dem Anliegen Gen\u00fcge getan, ohne dass ich da etwas verharmlosen wollte.\u201c Wersch schwebt eine ortsteil\u00fcbergreifende Gesamtschau vor, \u201ein der das w\u00fcrdig und ehrlich r\u00fcberkommt\u201c. Der von K\u00f6gel verfasste Text sei ihm zu wenig differenziert. \u201eWenn, dann sollten wir etwas finden, was allen gerecht wird.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebbe K\u00f6gel schl\u00e4gt einen l\u00e4ngeren Text f\u00fcr die Tafel vor, den wir in Ausz\u00fcgen zitieren: \u201eAb 1939 \u00fcberzogen Hitlers Armeen ganz Europa mit Krieg, um den \u00dcberlegenheitsanspruch einer ,arischen\u2019 Herrenrasse durchzusetzen und ,Lebensraum im Osten\u2019 zu schaffen. Weil daf\u00fcr Millionen von Soldaten ben\u00f6tigt wurden, fehlten an der damals sogenannten Heimatfront die Arbeitskr\u00e4fte. Deshalb wurden w\u00e4hrend der NS-Diktatur ungef\u00e4hr 10 Millionen Menschen als ZwangsarbeiterInnen nach Deutschland verbracht . . . In unserer Gemeinde waren es nach bisherigem Forschungsstand fast 200 Personen, die aus den L\u00e4ndern der Sowjetunion, Finnland, Frankreich und Holland kamen. Sie arbeiteten in der Industrie (Firma R\u00fcsch), in der Landwirtschaft (vor allem im Weinbau) und in Pflege- und Hilfsberufen (Stuttgarter Krankenh\u00e4user im Schloss). Letztere waren hier in der Glockenkelter unter erb\u00e4rmlichen Bedingungen untergebracht . . . \u201c<\/p>\n<p><em>Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 27.03.2012 \/ Text: Hans \u2013Joachim Schechinger<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>vom 28.03.2012 Der Stettener Ebbe K\u00f6gel regt eine Tafel an der Glockenkelter an \/ Wersch will anderen Ort Der Stettener Ebbe K\u00f6gel will die bevorstehende Einweihung der Glockenkelter als Gelegenheit nutzen, jener Menschen zu gedenken, die w\u00e4hrend der NS-Diktatur in Kernen Zwangsarbeit leisten mussten. 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