{"id":1562,"date":"2011-02-26T23:58:44","date_gmt":"2011-02-26T22:58:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=1562"},"modified":"2011-02-27T00:00:05","modified_gmt":"2011-02-26T23:00:05","slug":"unterricht-uber-kz-ohne-bespasungsfaktor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2011\/02\/unterricht-uber-kz-ohne-bespasungsfaktor\/","title":{"rendered":"Unterricht \u00fcber KZ ohne &#8222;Bespa\u00dfungsfaktor&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-31\" style=\"margin-left: 0px; margin-right: 10px;\" title=\"Fellbacher-Zeitung\" src=\"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/fellbacher-zeitung.gif\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"19\" \/>vom 26.02.2011<\/p>\n<p><strong>Gemeinderat stellt 1500 Euro bereit, um Exkursionen der \u00f6rtlichen Schulen in Gedenkst\u00e4tten zu erm\u00f6glichen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist manchmal beeindruckend zu sehen, wie sich Kernens Gemeinder\u00e4te in eine Diskussion verstricken k\u00f6nnen, obwohl sie sich im Grundsatz einig sind. Gemeindezusch\u00fcsse f\u00fcr Sch\u00fclerfahrten in die KZ-Gedenkst\u00e4tte Dachau zu geben, wurde in der j\u00fcngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses von allen Gemeinder\u00e4ten f\u00fcr sehr sinnvoll erachtet. Der Beschluss fiel allerdings nach breitem F\u00fcr und Wider trotzdem nicht einhellig, sondern bei vier Enthaltungen aus der CDU-Fraktion aus, weil die Mehrheit deren weiter gehenden Vorschlag nicht ber\u00fccksichtigt hatte.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Wersch wollte die Zusch\u00fcsse f\u00fcr Besuche nicht nur in KZ-Gedenkst\u00e4tten bereitstellen, sondern auch f\u00fcr Fahrten in Museen, die das staatliche Unrecht in der fr\u00fcheren DDR veranschaulichen. Nach den Worten von Wersch gibt es bereits in Pforzheim ein &#8222;hervorragendes&#8220; Museum, das die DDR-Geschichte aufarbeitet. Dennoch lehnten SPD und UFW die Erweiterung ihres Antrags ab, und es folgten die Enthaltungen aus der CDU-Fraktion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00fcberraschende Wendung folgte jetzt, einige Tage sp\u00e4ter, in Form eines gemeinsamen Antrags aller vier Gemeinderatsfraktionen: Jetzt soll zus\u00e4tzlich zu den 1500 Euro f\u00fcr Exkursionen in KZ-Gedenkstellen die gleiche Summe nochmal f\u00fcr den Besuch von Informationszentren und Gedenkst\u00e4tten bereitstehen, die das DDR-Unrecht aufgearbeitet haben. Auch mit diesem Abschnitt der deutschen Vergangenheit sollen sich die Sch\u00fcler auseinander setzen, so lautet die Begr\u00fcndung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten Antragsteller von SPD und UFW hatten noch im Verwaltungsausschuss Wert darauf gelegt, dass die Sch\u00fcler explizit mit der Nazi-Gewaltherrschaft konfrontiert werden: &#8222;Ich w\u00fcrde das nicht vermischen wollen&#8220;, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Kirgis \u00fcber den CDU-Wunsch, die Anforderungen f\u00fcr den Zuschuss zu erweitern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der gew\u00fcnschte Betrag von 1500 Euro j\u00e4hrlich f\u00fcr die Exkursionen zu KZ-Gedenkst\u00e4tten fand Zustimmung, obwohl in der Diskussion durchaus gewichtige Einw\u00e4nde aufkamen. Geld f\u00fcr Sch\u00fclerfahrten nach Dachau k\u00f6nnten die Schulen n\u00e4mlich auch problemlos von politischen Stiftungen erhalten, wie Andreas Wersch, selbst Geschichtslehrer, sagte. Wenn die Gemeinde selbst Geld in den Haushalt eingestellt hat, werden sich die Stiftungen m\u00f6glicherweise nicht mehr so freigebig zeigen, vermutete er.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andreas Wersch ist allerdings strikt dagegen, Dachau-Fahrten mit einem Abstecher nach M\u00fcnchen zu verbinden, wodurch die Fahrt einen &#8222;Bespa\u00dfungsfaktor&#8220; erhalte. An den Sch\u00fclern gleite der historische Stoff dann allzu leicht vorbei, die Aufmerksamkeit sei meist schon auf den bevorstehenden Besuch der bayerischen Landeshauptstadt gerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch Paul Alexander Ei\u00dfele (SPD), auf den der Antrag zur\u00fcckging, will darauf dr\u00e4ngen, dass die unterst\u00fctzten Fahrten keinesfalls bis nach M\u00fcnchen weiterf\u00fchren: &#8222;Ich habe so eine Fahrt mitgemacht. Die Stimmung war nicht angemessen. Man sollte die Gedenkst\u00e4tte und M\u00fcnchen nicht verbinden.&#8220; Er war nach Gespr\u00e4chen mit P\u00e4dagogen aus der Rumold-Realschule und der Karl-Mauch-Schule \u00fcberzeugt, dass sich die Lehrer vorrangig um Geld von den Stiftungen bem\u00fchen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einem Jahr soll im Gemeinderat erneut \u00fcber den Etatposten diskutiert werden. Ausdr\u00fccklich waren sich die Gemeinder\u00e4te aber einig, dass auch eine Fahrt in die Gedenkst\u00e4tte in Grafeneck gef\u00f6rdert werden soll, was Andreas Stiene (OGL) vorgeschlagen hatte. In Grafeneck begann im Jahr 1940 die so genannte Aktion &#8222;T4&#8220;. In einem Jahr wurden hier unter nationalsozialistischer Herrschaft 10 654 Menschen mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen ermordet. Dorthin sind auch 403 Behinderte aus der damaligen Anstalt Stetten deportiert und dann umgebracht worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Fellbacher Zeitung vom 26.02.2011 \/ Text: Hans-Dieter Wolz<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>vom 26.02.2011 Gemeinderat stellt 1500 Euro bereit, um Exkursionen der \u00f6rtlichen Schulen in Gedenkst\u00e4tten zu erm\u00f6glichen Es ist manchmal beeindruckend zu sehen, wie sich Kernens Gemeinder\u00e4te in eine Diskussion verstricken k\u00f6nnen, obwohl sie sich im Grundsatz einig sind. 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