{"id":1267,"date":"2010-07-03T15:53:36","date_gmt":"2010-07-03T14:53:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cdu-kernen.de\/?p=1267"},"modified":"2010-07-03T20:45:53","modified_gmt":"2010-07-03T19:45:53","slug":"discounter-rechnung-mit-unbekannten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/index.php\/2010\/07\/discounter-rechnung-mit-unbekannten\/","title":{"rendered":"Discounter-Rechnung mit Unbekannten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-36\" style=\"margin-left: 0px; margin-right: 10px;\" title=\"Waiblinger Kreiszeitung\" src=\"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/waiblingerzeitung.gif\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"22\" \/>vom 03.07.2010<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Im Juli entscheidet der Kernener Gemeinderat \u00fcber den Standort Spitz\u00e4cker <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beschlie\u00dft der Kernener Gemeinderat bei seiner Juli-Sitzung einen Discounter in Rommelshausen am umstrittenen Standort Spitz\u00e4cker? Einiges spricht daf\u00fcr. Seit der Gemeinderatswahl im Juni 2009, als die Kernener SPD der CDU einen Sitz abjagte, hat der Billigmarkt am R\u00f6mer Ostend dank knapper strategischer Mehrheit eine reale Chance.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit elf zu elf Stimmen im Rat stehen sich Gegner (OGL und CDU) und Bef\u00fcrworter (SPD und UFW) derzeit wieder auf Augenh\u00f6he gegen\u00fcber, nachdem die Kernener Genossen ihren Newcomer Paul Alexander Ei\u00dfele, der sich als aufm\u00fcpfiger Juso \u00f6ffentlich eine ablehnende Haltung erlaubte, schnell wieder zur\u00fcckgepfiffen haben. Bei diesem Patt spielt Schultes Stefan Altenberger nun das Z\u00fcnglein an der Waage. Und Altenberger ist seit der nicht\u00f6ffentlichen Grundsatzentscheidung des Gremiums pro Discounter im Juli 2004, als das Kombipaket Tankstelle\/Lebensmittler am Ortsrand schon Bestandteil der Planspiele war, ein feuriger Bef\u00fcrworter der Spitz\u00e4cker.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn seiner Amtszeit tr\u00e4umte Altenberger noch von einer Einkaufsmeile. Sie sollte die bebauten Spitz\u00e4cker an den Rommelshausener Ortskern \u00fcber ein Br\u00fcckenglied, das geplante Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus Karlstra\u00dfe vis-\u00e0-vis der Post, fu\u00dfl\u00e4ufig anbinden \u2013 vor bis zum Adlerkreisel. Nach gescheiterten Planungen f\u00fcr einen Lebensmittler in den Kirchg\u00e4rten und der Tulpenstra\u00dfe hie\u00df damals die Losung: Der \u201eFrequenzbringer\u201c auf der gr\u00fcnen Wiese als Notl\u00f6sung hilft dem darbenden Einzelhandel nur dann, wenn die umworbene Aldi-Kundschaft sozusagen an die Hand genommen und vom Ortsrand in die Ortsmitte gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittlerweile spielt die fu\u00dfl\u00e4ufige Anbindung keine Rolle mehr. Die Aldi-Kundschaft sei f\u00fcr ihre Gro\u00dfeink\u00e4ufe eh mit dem Auto unterwegs, sagen Gutachter und stellen so den strategischen Trumpf eines Marktes in der ortskernnahen R\u00f6mer Tulpenstra\u00dfe infrage. W\u00e4hrend UFW und SPD den massiven Kaufkraftabfluss aus Kernen noch immer mit Aldi stoppen, ja gar umkehren wollen, um so auch Synergieeffekte f\u00fcr B\u00e4cker und Metzger zu schaffen, scheint der B\u00fcrgermeister dieser Frage kein allzu gro\u00dfes Gewicht mehr beizumessen. Laut WKZ vom 12. Juni sagte er im Gemeinderat, \u00fcber die Auswirkungen eines Discounters auf die Ortsmitte sei schon oft beraten worden. Darum gehe es mittlerweile nicht mehr, \u201esondern darum, ob der Standort, den wir w\u00e4hlen, funktioniert oder nicht\u201c. Das entspricht der Standortanalyse Spitz\u00e4cker, vorgelegt von der \u201eFreien Planungsgruppe 7\u201c. Zwar sei das Streuostgel\u00e4nde an der Landesstra\u00dfe gut geeignet und k\u00f6nne ein Discounter den Kaufkraftabfluss im Lebensmittelsegment auch stoppen, steht in der Studie zu lesen. Aber die 500 Meter Entfernung zum Ortskern generierten \u201enur m\u00e4\u00dfige Mitnahmeeffekte f\u00fcr das Ortszentrum aus der Ansiedlung eines Marktes an dieser Stelle\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleichwohl zieht die Expertise diesen Standort der Tulpenstra\u00dfe vor. Das neue Gesch\u00e4ftshaus an der Karlstra\u00dfe r\u00fccke den Standort Tulpenstra\u00dfe in die \u201ezweite Reihe\u201c, die Verkehrserschlie\u00dfung \u00fcber einen Kreisel und die starke Trennwirkung der Karlstra\u00dfe seien h\u00f6chst problematisch.<br \/>\nZwar gilt im Grundsatz, was UFW-Fraktionschef Hans Dietzel ins Feld f\u00fchrt: Bei 1000 zus\u00e4tzlichen Frequenzen, die der Discounter nach Rom bringt, bleiben theoretisch 15 Prozent im Ort. \u201eDas sind 150 Kunden, die was liegen lassen. Die kommen mit dem Auto. Der Abstand spielt da keine Rolle.\u201c Die Frage ist aber: Woher nimmt man die praktische Gewissheit, dass sie nach dem Aldi-Einkauf tats\u00e4chlich Rommelshausen ansteuern? SPD-Fraktionschef Hans-Peter Kirgis argumentiert andersherum. \u201eDie Leute fahren ja zum Discounter, ob wir ihn ansiedeln oder nicht. Wenn sie in Weinstadt beim Aldi einkaufen, gehen sie hinterher noch zum Kalkofen in den Edeka. Diese K\u00e4ufer fehlen bei uns. Habe ich meinen Discounter vor Ort, kann ich \u00fcberlegen: Muss ich trotzdem noch in den Kalkofen?\u201c Und die Stettener w\u00fcrden dann vielleicht eher dazu neigen, den Rewe zu frequentieren, hofft jedenfalls Kirgis. Die Tulpenstra\u00dfe als Alternative komme f\u00fcr ihn und die SPD nicht infrage. Die Verkehrsbelastung werde zum Kollaps f\u00fchren, sagt er voraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der scheidende Vorsitzende des Planungsverbandes Unteres Remstal, Christoph Palm, hatte den benachbarten Rath\u00e4usern im Februar 2009 ins Stammbuch geschrieben: \u201eDer Planungsverband hat weiterhin darauf zu achten, dass in allen Mitgliedskommunen der Einzelhandel in den Ortszentren vor der \u201eErdrosselung\u201c durch m\u00e4chtige Konkurrenten auf der gr\u00fcnen Wiese gesch\u00fctzt wird.\u201c Aldi bietet im Discounter frisch gebackenes Brot aus dem Automaten. Die Konkurrenz am R\u00f6mer Ortsrand versch\u00e4rfte sich, w\u00fcrde dort zus\u00e4tzlich ein Vollsortimenter platziert, \u201eeine wegen der damit verbundenen Synergieeffekte f\u00fcr Marktbetreiber immer wieder gesuchte Situation\u201c, wie das dem Gemeinderat vorliegende Experten-Gutachten zu dieser Extremvariante anmerkt. Zwar schlie\u00dfen UFW und SPD dieses Kombipaket aus \u2013 Kirgis sagt: \u201ekurz- bis mittelfristig nicht\u201c \u2013 doch die Option, f\u00fcr die sich auch Rewe in Stetten interessiert, bliebe bei einem Ja zum Discounterstandort Spitz\u00e4cker offen. Ein Aldi als Trojanisches Pferd?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kernener OGL-Fraktion, die einen Billigmarkt prinzipiell ablehnt, wirbt gerade deshalb f\u00fcr einen Vollsortimenter in der Tulpenstra\u00dfe. Dort reiche der Platz f\u00fcr beides, Handel und Wohnbebauung. Das Verkehrsaufkommen k\u00f6nne \u201esinnvoll geregelt werden, der Markt w\u00e4re ortsnah und schaffte Synergieeffekte\u201c, sagt Fraktionschef Andreas Stiene. In den eh zu kleinen Edeka-Markt k\u00f6nnte ein Discounter gehen. Der \u201eTreff\u201c b\u00f6te Ladenfl\u00e4che f\u00fcr eine \u201eneue Sparte\u201c. Die Kernener Gr\u00fcnen erwarten von einem zweiten Discounter n\u00e4mlich alles andere als Synergien, unabh\u00e4ngig vom Standort. Sie f\u00fcrchten einen h\u00e4rteren \u201eVerdr\u00e4ngungswettbewerb f\u00fcr den Handel im Ortskern\u201c, so Stiene. Mehr Gewerbesteuer bringe er eh nicht, sei aber st\u00e4dtebaulich fatal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kernener verfolgen die Discounterdebatte h\u00f6chst aufmerksam. Der Seniorenrat appellierte jetzt im Sinne der \u00c4lteren, sich f\u00fcr den Erhalt der bestehenden Lebensmittler mit deren kostenlosem Lieferservice einzusetzen, falls der gef\u00e4hrliche Billigheimer die Spitz\u00e4cker bezieht. Die Senioren teilen die Angst der OGL.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Braucht Kernen einen Discounter? Er ist kein Allheilmittel zur Sanierung des siechen Einzelhandels, der sich durch attraktiveres Marketing, Service und Qualit\u00e4t selber helfen muss. Wenn der Gutachter \u201enur m\u00e4\u00dfige Mitnahmeeffekte\u201c prophezeit, bleibt noch das Argument Kaufkraftbindung. Sprich: Mehr Geld bliebe im Ort. Sollte davon aber nur Aldi profitieren, w\u00e4re das ein bisschen wenig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1269\" title=\"Waiblinger Lreiszeitung vom 01.07.2010\" src=\"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/wkz-20100701.jpg\" alt=\"\" width=\"410\" height=\"313\" srcset=\"https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/wkz-20100701.jpg 410w, https:\/\/www.cdu-kernen.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/wkz-20100701-300x229.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: Waiblinger Kreiszeitung vom 3. Juli 2010 \/ Text: Hans-Joachim Schechinger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>vom 03.07.2010 Im Juli entscheidet der Kernener Gemeinderat \u00fcber den Standort Spitz\u00e4cker Beschlie\u00dft der Kernener Gemeinderat bei seiner Juli-Sitzung einen Discounter in Rommelshausen am umstrittenen Standort Spitz\u00e4cker? Einiges spricht daf\u00fcr. 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